Den letzten Beitrag schrieb ich im Februar. Viel Zeit ist seitdem vergangen und einiges passiert. Momentan genieße ich den Frühling am Morgen sehr. Wenn ich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahre, die Amseln singen und mich die Sonne kitzelt, während ich an blühenden, duftenden Bäumen vorbei fahre. Zumindest, bis ich wieder auf der Hauptstraße bin. 😉 Gegen Mittag wird dieser Genuss schon weniger, denn er lockt auch sehr viele andere Menschen vor die Haustür und das sind Minah und mir mittlerweile schon zu viele.

Der März war bis auf eine Ausnahme nicht gut. Kein Monat, der dazu einlädt, länger in Gedanken bei ihm zu verweilen. Ich habe jemanden verloren. Wobei dieser Mensch das Wort „verloren“ wohl nicht gebrauchen würde. Wahrscheinlich würde er gar kein Wort gebrauchen. Denn ist er mir auch nur annähernd so ähnlich, wie ich denke, wird er mit aller Radikalität bemüht sein, nicht mehr an mich zu denken und darin von Woche zu Woche besser werden. Er wird sich in Arbeit stürzen – bei jedem kleinen aufzuckenden Gedanken an mich, sofort die nächste Aufgabe anvisieren und Liebe bei denen suchen, die noch in seinem Leben sind. Er wird verleugnen, dass der Umstand, dass ich nicht mehr da bin, eine Bedeutung für ihn hat. Bis es tatsächlich eines Tages keine Bedeutung mehr hat.

Und ich tue es ihm gleich.

Es ist nicht leicht, jemanden, den man einmal in sein Herz hineinließ, weit von sich wegzustoßen. Man fügt jemandem Schmerz zu. Vielleicht am meisten sich selbst. In der Hoffnung, dass man eines Tages von seiner eigenen Entscheidung vollends überzeugt ist, redet man sich gut zu. Legt das Handy wieder aus der Hand, ohne es benutzt zu haben. Versucht das erdrückende Gefühl im Brustkorb wegzuatmen. Man sucht nach Antworten, obwohl es keine gibt und ist ab und an wütend auf sich selbst, dass man immer wieder darüber nachdenkt. Immerhin hat man doch eine Entscheidung getroffen. Eine endgültige. Damit sollte man doch endlich mal klarkommen. Es abhaken. 

Aber es schmerzt. Nicht fortwährend. Aber jetzt gerade. Wenn ich alleine bin und die Hunde längst schlafen. Wenn ich zu müde bin um zu arbeiten und zu wach um zu schlafen. Ich akzeptiere, dass es immer mal wieder schmerzen wird. Ich akzeptiere auch das Gefühl, welches meine Gedanken hin und wieder auslösen. Das Gefühl, nicht wertvoll genug zu sein. Es darf noch ein bisschen bleiben, denn ich weiß, es wird wieder gehen.

Zum Glück bin ich mit Menschen gesegnet, die meistens da sind. Mein wunderbarer, toleranter Ehemann, der mir zuhört und mich in den Arm nimmt. Und meine Freunde, die mich verstehen. Verstehen reicht ja oft vollkommen.

Und nicht zu vergessen – Roan und Minah. Roan erstaunt uns gerade sehr. Es geht ihm besser, als es ihm gehen dürfte. Vielleicht übermannen ihn ja die Frühlingsgefühle. Mein alter Mann genießt gerade die Privilegien, die Hunde nunmal genießen, wenn man ahnt, dass sie nicht mehr lange bei uns sind. Und er nutzt sie nach Herzenslust aus. Darf er auch. Aber in den letzten Tagen hab ich mich schon ab und zu gefragt, ob wir das mit den Privilegien nicht besser um ein paar Monate nach hinten verschieben sollten. Vor einigen Tagen waren wir auf dem Hundeplatz – eigentlich gar nicht wirklich zum Trainieren. Aber er wollte unbedingt und lief mal eben locker einen 1er und 3er Parcours ohne Sprung. Und wollte noch mehr… Das war richtig schön.

Minah hatte gestern Geburtstag und genoss die vermehrte Aufmerksamkeit sehr. Sie bekam einen leckeren Geburtstagskuchen und wir machten viel Quatsch zusammen. Sie ist so unheimlich toll und passt so gut in unsere kleine Familie. Durch sie wurden wir wieder vollkommen. Sie lernt so viel und gibt auch viel. Mitte Mai werde ich mein erstes Tierkommunikations-Seminar in Brandenburg geben und sie wird mitkommen und mich dabei unterstützen. Ich freu mich schon total darauf, hab aber auch großen Respekt davor. Es wird ein wichtiger Schritt für mich sein. Übrigens sind noch zwei Plätze frei. 🙂  

Im März hatte ich meine erste Anwartschaft auf dem Weg zur Wertungsrichterin im Rally Obedience. Zusammen mit meiner Richtermami Dani durfte ich bei den Teltower Rübchen richten. Den Tag zuvor war ich ganz schön aufgeregt, aber das änderte sich dann am Turniertag sehr schnell. Fast alles lief so, wie ich es mir vorstellte und Dani und ich hatten richtig viel Spaß. Es war das erste Turnier für den Verein und ich finde, sie haben ihre Sache super gemacht. Meine zweite Anwartschaft hab ich nun auch schon hinter mir. Letzten Samstag konnte ich neben Iris richten und ihre absolute Entspannung sorgte dafür, dass ich mich vom Anfang bis zum Ende wohl neben ihr fühlte. Zudem hatte ich noch viele, sehr tatkräftige und gut gelaunte Helfer an meiner Seite, die mich richtig gut unterstützten. Abgesehen vom leichten Sonnenbrand war auch das eine tolle zweite Anwartschaft und ich freu mich schon sehr auf die dritte.

Ich würde jetzt noch etwas über unseren Uckermark-Besuch schreiben oder die beste Band der Welt, die mich kürzlich in Berlin glücklich gemacht hat. Aber der Bollerkopp ist gerade wach geworden und möchte, dass ich ihn ins Bett begleite. Naja… die Privilegien halt…