Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und verabschiedet uns heute, am Tag der Sonnenwende, mit einem kräftigen Regen. Dem Regen, den wir das ganze Jahr über vermissten.

Es war für uns ein gutes Jahr und so werde ich den Tag, der in jedem Monat am bedeutsamsten für mich war, einmal kurz Revue passieren lassen.

Im Januar nahm ich an einem Seminar bei Iljana Planke teil zum Thema Reiki für Tiere. Der Tag schlug eine völlig andere Richtung ein, als ursprünglich gedacht, denn schon nach wenigen Stunden meinten Iljana, die seit vielen Jahren Tierkommunikatorin und Reiki-Meisterin ist und eine befreundete Schamanin, dass sie mir in diesen Bereichen eigentlich kaum noch etwas beibringen könnten und wann ich denn meine eigene Praxis aufmachen würde. So etwas von einer solch erfahrenen Person zu hören, war für mich wie ein Ritterschlag und klang noch viele Monate nach.

Iljana sah ich dann noch einmal im Februar wieder. Sie brachte mir die Ausübung von Aufstellungen bei und wir befassten uns mit Minahs Vergangenheit und Familie. Das war ein unheimlich intensives Erlebnis. Man hat in wenigen Stunden die diversesten Emotionen und fremden Handlungsstrukturen erlebt, die eigentlich gar nicht zu einem selbst gehören, aber dennoch durch die Aufstellung Teil von einem werden. Das war an manchen Stellen ein wenig gruselig, aber auch sehr spannend und lehrreich.

Der März schenkte mir einen ganz besonderen Tag. Ich fuhr mit Jennifer nach Dresden, um dort zu einem Konzert meiner Lieblingsband zu gehen. Wir übernachteten in einem kleinen süßen Hotel. Das Konzert war großartig. Wir saßen in der ersten Reihe und ich fiel wohl etwas auf, weil ich im Gegensatz zu den etwas ruhigeren „Gothics“ viele Lieder leidenschaftlich mitsang. So kam es dann auch, dass der Sänger recht häufig bei uns stand, mich mit seinen schwarzen Augen ansah und wir zusammen sangen. Das war großartig und unvergesslich.

Der April schenkte uns etwas, das wir einige Monate zuvor erwünscht hatten: Massenhaft Schnee in Mecklenburg Vorpommern bei meinen Eltern. Roan, Minah und ich drehten total durch und genossen die weiße Pracht stundenlang. Wir hatten riesigen Spaß.

Der schönste Tag im Mai war ein Tag mit Uli und den Hunden in der Natur. Es war bereits extrem heiß und so standen wir um 4 Uhr auf um mit den Hunden an einen Geheim-Tipp-See inmitten eines Märchenwaldes zu fahren. Dort war es unglaublich schön und wir konnten ungestört die Ruhe und Schönheit genießen. Es waren magische Stunden, in denen ich mich sehr mit meiner kleinen Familie verbunden fühlte.

Im Juni fand wieder die Landesmeisterschaft im Rally Obedience statt. Da wir das ganze Jahr über mit einer Ausnahme noch nicht einmal einen Parcours liefen, freute ich mich zwar darauf, viele Leute wiederzusehen, hatte aber keinerlei Ambitionen, was die Punkte anging. Und dann wurde ich doch sehr überrascht mit zwei zweiten Plätzen. Ein toller Tag mit einem mega tollen Ergebnis.

Für den Juli kann ich mich nicht zwischen zwei Tagen entscheiden. Mit Jennifer ging ich zum Depeche Mode-Konzert und stand mit ihr im Front of Stage-Bereich. Das war aufgrund der Temperaturen ganz schön anstrengend, aber der Band so nah zu sein war schon ein einmaliges Erlebnis. An einem anderen Tag ging ich mit Vera, Minah und zwei traumhaften Pferden spazieren. Ich führte dieses eindrucksvolle Pferd ganz alleine und ohne Angst. Zum ersten Mal. Das war für mich sehr bedeutsam und erhielt einen nochmal anderen Stellenwert, weil dieses prächtige Pferd einige Zeit später bei einem Unfall verstarb.

Im August waren wir in Huntlosen, in Niedersachsen. Das war Ulis und mein erster richtiger Urlaub, der nichts damit zu tun hatte, dass man vor der Silvesterböllerei Berlins flüchtet oder jemanden besucht. Es war sehr heiß dort und so genoss ich an einem Tag den kühlen Morgen mit den Hunden im Wald, weckte anschließend Uli mit Küssen und wir verbrachten einen ungeheuer entspannten, liebevollen Tag miteinander. Lesen, kuscheln, grillen, Minah durch den Garten jagen… Es war kein spektakulärer Tag, aber ein mit Liebe durchfluteter. 😉

Der besondere Tag im September war auf jeden Fall der SGSV-Jugend-Trainingstag für Rally Obedience, den ich durchführen durfte. Ich war etwas aufgeregt, weil es der erste dieser Art war und freute mich umso mehr, dass meine Planung gut aufging und die Kinder Feuer und Flamme waren. Wenn alles klappt, wird im neuen Jahr der zweite folgen.

Im Oktober bezwangen Minah und ich unter etwas schwierigen und nicht gerade ungefährlichen Bedingungen einen Berg. Ich wusste ehrlich gesagt nicht, worauf wir uns da einließen, konnte es aber auch schlecht auf halbem Wege abbrechen. Diese Mischung aus Angst, Spannung, körperlichem Schmerz und Freude bleibt noch sehr lange im Gedächtnis.

An einem Sonntag im November trat ich zum ersten Mal als Multiplikatorin auf und referierte über Trainer-Hundebesitzer-Kommunikation beim Sachkundenachweis für Rally Obedience. Nach wenigen Minuten war die Nervosität verschwunden und es entstand ein sehr anregender Austausch mit den TeilnehmerInnen. Ich erwähne jetzt nicht um wieviel sich die angesetzte Referats-Zeit verfielfacht hatte. 😀

Der bisher schönste Tag im Dezember war der Tag, an dem ich mich endlich mal wieder mit Nadja traf und wir ihre kleine Minja kennenlernten. Wie schon so häufig, stellten wir fest, dass wir uns gegenseitig sehr gut tun und öfter sehen müssen. Am gleichen Tag schickte ich meine letzten Aufgaben für mein Fernstudium ein und erhielt kurze Zeit später mein Abschlusszeugnis. Nun bin ich also zertifizierte Natur- und Umweltpädagogin. 🙂

Neben all diesen schönen Momenten gab es natürlich auch Schattenseiten. Und das muss so sein. Sonst würde man das Schöne gar nicht mehr erkennen können. Dass ich trotz monatelanger sehr spaßiger Vorarbeit mit meinem Team letztlich nicht am Tough Hunter teilnehmen konnte, machte mich ziemlich fertig. Denn es sollte eigentlich DER Tag des Jahres werden. Aber so ist das eben. Wie schrieb John Lennon: „Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“

Roans „Sandkastenfreundin“ verstarb ziemlich abrupt und das machte mich traurig und zeigte mir auch wieder auf, dass uns das Gleiche auch in nicht allzu großer Ferne passieren kann. Aber noch ist es nicht so weit und ich geniße jeden Tag mit meinem Bollerkopp.

Vor einigen Wochen verließ uns dann auch Pauline. Eigentlich verstarb sie in einer denkbar schönen Form, aber dennoch fehlt sie natürlich sehr. Wir entschlossen uns schon vor einiger Zeit, dass keine weiteren oder neuen Tiere einziehen würden, bis wir eines Tages ausgezogen sind. Mein Kopf ist mit dieser Entscheidung auch einverstanden, aber mein Herz träumt immer wieder von einer schnurrenden Katze, die auf meinem Bauch einschläft. Die Zeit, in der man immer wieder denkt ein dunkler Schatten auf dem Boden wäre Pauline oder sie würde einem entgegenrennen, wenn man von der Gassi-Runde kommt und die Wohnungstür öffnet oder in der man morgens zum Katzenfutter greifen will, um sie zu füttern, ist auch noch nicht vorbei und wird wohl noch ein Weilchen andauern. Das ist okay. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

Heute hatte ich meinen letzten Arbeitstag und durfte meine fabelhaften aufgeregten SchülerInnen in die Ferien entlassen. Ich selbst leite heute zusammen mit Roan die Rauhnächte ein und freue mich schon sehr auf die kommenden zwei Wochen, von denen ich viele Tage mit den Menschen und Tieren verbringen darf, die ich so sehr liebe und in denen ich die ein oder andere Entscheidung für das kommende Jahr treffen werde.

Ich wünsche jedem von euch wunderbare Feiertage – egal ob Weihnachten, Rauhnächte oder einfach nur Urlaub. 🙂 Habt eine schöne Zeit, genießt die kuscheligen Abende auf der Couch, während es draußen dunkel und ungemütlich ist und öffnet euer Herz für all das Wunderbare in eurem Leben. Meistens gibt es davon mehr, als der Alltagsstress uns sehen lässt.

Wir lesen uns 2019! 🙂