Manchmal gibt es schon komische Zeiten, in denen alles schief zu gehen scheint. Man stellt dann sein Schicksal in Frage und ertappt sich bei Gedanken wie „Wofür bestraft mich das Universum eigentlich gerade?“

Mitte September war alles noch okay. Das einzig Unangenehme war, dass meine Erkältung nicht verschwinden wollte. Auch Uli ging es nicht gut. Am 19.09. hatten wir dann unseren zehnten Hochzeitstag, der aber schon ganz schön lahm war, weil wir einfach ziemlich fertig waren. Am 22.09. konnte ich bei Happy Teams an Monika Brzoskas Seite schreiben. Das war wieder sehr schön und lehrreich. Natürlich war es auch anstrengend – aber man denkt sich ja dann auch „Naja… ist doch nur eine Erkältung.“ Am nächsten Tag ging es für uns alle dann früh zum HSV Berlin-Nordost und ich startete mit dem Bollerkopp und der Sternenfee unter Monika. Es war ein schöner Tag, auch wenn ich mich ganz schön platt fühlte und auch Uli eine Weile in unserem Zelt schlief. Immerhin durfte ich dort eine perfekte Kürbissuppe genießen und meine Grit knuddeln. Und Roan und Minah waren der Oberhammer. Beide konnten in ihren Klassen 100 Punkte erlangen. Sowas konnten wir bisher noch nie schaffen und ich freute mich extrem.

Aber dann gings leider los. Weil ich nicht auf Jammern stehe, auch wenn ich denke, dass auch Negatives mal ausgesprochen werden muss, versuche ich mal das Positive in allem zu sehen. 🙂

Innerhalb von acht Tagen passierte Folgendes:

Roans beste Freundin, von Welpenbeinen an, musste leider sehr plötzlich von dieser Welt gehen. Josie und Roan wuchsen sozusagen miteinander auf. Es trennten sie nur wenige Tage und sie lernten sich auf dem Beagleplatz des BCD Berlin/Brandenburg kennen und lieben. Roan liebte Josie und ihre teils sehr ruppige Art mit ihm umzugehen. Nun ist sie nicht mehr da und ihre Familie ist traurig. Das Gute: Ich bin froh, dass ich die süße Dame kennen durfte und wir viele schöne Stunden mit ihr und ihren Menschen verbringen durften. Und ich freue mich, dass sie ein schönes Leben hatte und so geliebt wurde. Ein schönes langes Beagle-Leben.

Forest – ein wunderbares Pferd – starb bei einem Unfall. Forest war großartig und ich hatte gehofft, dass er mir in den nächsten Monaten die Angst vor dem Reiten nehmen könnte. Wir hätten sicher viel Spaß zusammen gehabt. Ich mochte ihn sehr und die Tierkommunikation mit ihm gab mir viel. Das Gute: Auch bei ihm bin ich sehr froh, dass ich ihn kennenlernen durfte. Unsere Begegnung war nur sehr kurz, aber dafür sehr tief und schön. Und ich bin froh, dass er nicht leiden musste, als er seinen Körper verließ.

Roan bekam eine Ohrenentzündung. Er hat zwar seit seinen jüngsten Jahren Pseudomonadien in den Ohren, aber das haben wir sehr gut im Griff und er hatte schon ewig keine Probleme mehr. Also ging es ab zu Eva und wir bekamen Hilfe. Bereits nach drei Tagen, kratzte er sich nicht mehr. Dafür bekam er heftigsten Durchfall (leider nicht nur außerhalb der Wohnung), aber der ging ebenfalls nach drei Tagen weg. Das Gute: Da fällt mir gerade gar nichts ein. Irgendwelche Ideen? 😉

Uli ging es immer schlechter und schlechter. Ich konnte das irgendwann nicht mehr mit ansehen und zwang ihn mit meiner Böse-Lehrer-Ausstrahlung ins Krankenhaus. In der Notaufnahme mussten wir zum Glück nicht lange warten. Nach ein paar Stunden, in denen er untersucht wurde, stellte man auch zwei Diagnosen aus und der Arzt, ich und ein wunderbar resoluter Pfleger bewirkten, dass Uli dort blieb. Ich bin ja die letzte, die freiwillig im Krankenhaus bleiben wollen würde, aber es war wirklich notwendig. Eine Woche musste er dort verweilen, in der er mir sehr fehlte und sein Zustand besserte sich. Das Gute daran: Mir ist wieder bewusster geworden, wie wichtig er für mich ist in den kleinen alltäglichen Situationen und es war sehr sehr gut, dass er dort war und wir nun gemeinsam daran arbeiten können, dass er nicht wieder so schlimm erkrankt. Dadurch verbringen wir momentan noch ein bisschen mehr Zeit zusammen und das ist die letzten Tage sehr schön und verbindend gewesen.

Mir ging es auch immer schlechter. Mein Kreislauf fing an total zu spinnen und ich hatte den Husten meines Lebens. Verschleppte Erkältung nennt man sowas wohl. Letztlich entwickelte sich eine Bronchitis. Nachts wach werden und vor lauter Husten keine Luft mehr bekommen war ständig angesagt. Am Abend des Tages, an dem ich Uli ins Krankenhaus brachte, ging dann endgültig nichts mehr. Entgegen meiner Arbeitsmoral ging ich dann doch mal drei Tage lang nicht arbeiten. Wer mich näher kennt, weiß, was ich immer für Kämpfe mit mir austrage, wenn es darum geht der Arbeit fernzubleiben. Ich hab immer ein heftig schlechtes Gewissen und ringe ewig mit mir, bevor ich mich in der Schule melde. Das Gute: Durch das Wochenende und dem Tag der Deutschen Einheit war ich eine Woche lang zu Hause und die reichte zum Glück aus, um wieder einigermaßen fit zu werden. Und es war auch kein logistisches Problem mehr, Uli in der Zeit im Krankenhaus zu besuchen. Außerdem blieb Jennifer an meinem Geburtstag bei mir, damit ich nicht alleine sein muss und wir hatten einen schönen Tag und ich wieder einmal den Beweis, dass sie mich tatsächlich richtig lieb hat. 🙂

Und dann nahm plötzlich Pauline – unsere 15jährige Katze – rapide ab, obwohl sie eh viel zu schlank ist und konnte am Vorabend meines Geburtstages plötzlich nichts mehr sehen. Ich hatte große Angst um sie. Das Gute: Entgegen meiner Befürchtung, musste sie nicht eingeschläfert werden.

Das passierte alles in acht Tagen, aber die Folgen dauern an. Ich verpasste den SGSV Cup, auf den ich mich doll freute. Noch viel schlimmer: Nach einigen gut gemeinten Belehrungen sagte ich den Tough Hunter ab. Das war klug. Aber es tat verdammt weh. Minah und ich hatten uns immerhin ein Jahr darauf vorbereitet, extra Team-T-Shirts organisiert und es war für mich DAS Event des Jahres. Ich hab ganz schön heftig geweint vor Frustration.

Und das letzte Wochenende mussten wir spontan das Turnier bei den Spreewaldpfo ten absagen, weil es Uli am Morgen plötzlich wieder schlechter ging. Das tat mir doppelt leid: Einmal für mich als Starterin, aber vor allem für den Verein, weil diese nun spontan für drei Klassen neue Schreiber organisieren mussten.

Der momentane Stand ist nun der, dass es dem Bollerkopp super geht – Minah, die einzig gesund gebliebene, strotzt auch weiterhin vor Energie – Uli ist auf dem Weg der Besserung und passt sein Leben gerade seinen körperlichen Voraussetzungen an – mein Husten meldet sich nur noch selten – und Pauline wird jetzt medikamentös eingestellt. Sie hat Bluthochdruck und eine Schilddrüsenüberfunktion. Heute Mittag konnte sie definitiv wieder ein wenig ihre Umgebung erkennen. Vielleicht haben wir ja ganz viel Glück und sie kann bald wieder richtig sehen und nimmt wieder zu. Aktiv ist sie jedenfalls und fressen tut sie auch sehr gern.

Das waren ganz schön intensive Tage und mir kommen sie wie Wochen vor. Aber es ist okay. Alle aus unserer Familie sind auf dem Weg der Besserung und es hätte uns auch wirklich schlimmer treffen können. Jetzt passen wir wieder etwas mehr aufeinander auf. Ich versuche mehr auf meinen Körper einzugehen und da ich gerade merke, dass ich erschöpft bin, werde ich entgegen meines Dranges nicht noch die Klassenarbeiten kontrollieren, die meine Mäuse heute geschrieben haben, sondern mich ins Bett legen und mir Reiki geben.

Bleibt alle gesund und passt gut auf euch auf!