Am vorletzten Sonntag fand der Jugend-Trainingstag für Rally Obedience im SGSV statt. Vor einigen Monaten fragte man mich, ob ich Lust hätte diesen durchzuführen und ich sagte sofort zu, denn ich finde, dass die Jugendarbeit im Hundesport eine tolle und wichtige Sache ist. (Mar)Tina Schwarze kümmerte sich um die Organisation, der HSV Teltower Rübchen e.V. stellte den Platz und Thomas Fitzner sorgte zusammen mit seiner Crew für tolles Essen und eine rundum angenehme Atmosphäre.

Ich war gespannt, was auf mich zukommen würde und hoffte, dass ich trotz starker Erkältung durchhalten würde. Acht Kinder nahmen am Trainingstag teil – die meisten mit keinerlei Erfahrung im RO oder im Arbeiten mit einem Hund. Nachdem wir uns alle vorstellten, besprachen wir, wie man mit einem Hund arbeiten sollte. Warum Belohnungen wichtig sind. Wieso Hunde viele Wiederholungen brauchen oder auch weshalb Pausen so unabdingbar sind. Dann ging es an die Arbeit. Ich baute das Ganze in Leveln auf, so, dass sich die Kinder immer weiter steigern konnten. Alle waren mit Begeisterung dabei und beindruckten mich wirklich sehr. Es war für uns alle sehr spaßig und die Kids trauten sich von Stunde zu Stunde mehr zu. Das letzte Level ließ ich nicht mehr alle Teams machen, denn drei Hunde waren schon ganz schön knülle. Nachdem ich den jeweiligen jungen Hundeführern erklärte, warum sie das letzte Level auslassen müssten, sahen diese das sofort ein und gönnten ihren Fellnasen eine Pause. Ich fand das toll – da hatte ich schon mit überehrgeizigen erwachsenen Trainees, deren Hunde deutliche Ermüdungserscheinungen zeigten, ganz andere Diskussionen führen müssen. 😉

Zum Abschluss gab es noch ein Schoko-Turnier. Dabei liefen alle Teams einen regulären Beginner-Parcours und für jedes richtig abgearbeitete Schild gab es einen Schoko-Bon. Damit war der Ehrgeiz geweckt. Alle Teams machten das extrem hervorragend trotz Nervosität – denn die Erwachsenen beobachteten sie dabei ganz genau. Zum Schluss ging jedes Kind mit mindestens 14 Schoko-Bons (Hui!), Leckerlis für den Hund, einer Urkunde und einem Lächeln vom Platz. Es war ein wirklich toller Tag und ich war ehrlich beeindruckt, wie schnell die jungen Teilnehmer lernten und wie lange auch die jüngsten am Ball blieben. Zudem muss ich gestehen, dass es sich extrem gut anfühlte vielleicht für den ein oder anderen den Weg ins Rally Obedience geebnet zu haben. Spaß daran hatten jedenfalls alle Teilnehmer und vielleicht wurde von ihnen auch jemand nachhaltig vom RO-Virus infiziert.

Roan und Minah warteten während des Trainings brav in ihren Boxen – mich im Blick. Während der Mittagspause und am Ende durften sie auch ein bisschen mit mir trainieren. Erst ganz am Ende des Tages war Roan ein wenig bollerig und fing an zu fiepen – aber auch nur, weil ich so dumm war und Leckerlis auf seiner Box hab liegen lassen, die er natürlich roch. Es ist toll, sie zu so etwas mitnehmen zu können.

Dank der andauernden Tee-Versorgung auf dem Platz und gemüts-wärmender veganer Pizza, hielt ich meiner Erkältung stand. 🙂

Letzten Sonntag dann fuhr ich mit Vera zum Doggi Fun Walk beim HSV Kremmen/Schwante. Der Verein war etwas geplättet aufgrund der extrem hohen Teilnehmerzahl. Es galt einen kurzen oder etwas längeren Spaziergang mit verschiedenen Aufgaben zu absolvieren. Überdies gab es auf dem Vereinsgelände mehrere Verkaufsstände und nochmal einen Hindernis-Parcours. Dieser Parcours wäre für den Bollerbeagle ideal gewesen, aber er blieb zu Hause bei Herrchen und chillte mit ihm auf der Couch. Hin und wieder braucht Minah Zeit mit mir allein. Beim Spaziergang musste man ein paar Übungen machen, Apportieren, Futterverleitungen widerstehen und nebenbei einfach den herrlichen Wald genießen. Minah und ihre beiden vierbeinigen Mitstreiterinnen zeigten, dass wir schon ein paar Tough Hunter-Trainings hinter uns haben. 😀 Ein großer Teil der Einnahmen an dem Tag ging an den Tierschutzverein Oberhavel und den Tiere suchen Freunde e.V. So konnte man also Spaß haben und gleichzeitig noch etwas Gutes tun. Eine geniale Idee, wie ich finde.

Als wir den Spaziergang absolvierten, bekamen wir eine Urkunde und die Hunde etwas zu essen und ein schönes Spieli. Minah fand es toll dort und ich freute mich, Vera mal wiederzusehen. Im nächsten Jahr werden auch noch die Wartezeiten etwas verkürzt und damit das Ganze noch besser, als es jetzt schon war. Vielleicht sind wir dann mit ein paar mehr Tough Hunter-Mädels dabei. 🙂

Diese Woche war dann sehr arbeitslastig. Es standen richtig viele Konferenzen und Elternabende an. Da ich Uli bereits mit meiner Erkältung angesteckt hatte, musste er sich krank schreiben lassen, was mir natürlich leid tat – aber dadurch waren die Hunde rundum betreut, so, dass ich zumindest in der Schule bleiben konnte und nicht den Stress hatte zwischendurch wieder nach Hause zu müssen. Dadurch gab es dann Tage von denen ich von 07:30 Uhr bis 20:00 Uhr in der Schule war. Auch mal eine Erfahrung… 😉 Außerdem hatten wir unsere zweite Übernachtungsparty in meiner Klasse, die richtig toll war. Zum Beispiel spielten wir Verstecken im ganzen Schulgebäude. Schon ein wenig gruselig am Abend… Richtig toll war auch das Grillen über der Feuerschale, die uns Eltern liehen. Es war schön, harmonisch und witzig. Ich mag meine Klasse sehr.

Diese Woche hatte ich noch ein böses Erlebnis mit Minah. Am frühen Morgen rannte im Dunkeln ein unangeleinter Hund in uns rein. Der Hund war aufdringlich, aber friedlich. Doch das Herrchen, dass ihn von Minah absammeln wollte, leider nicht. Für mich völlig unerwartet brüllte er plötzlich seinen Hund zusammen, noch während er auf diesen und Minah zukam. Minah reagierte entsprechend panisch, konnte durch die Leine aber nicht wegrennen.

Ich versuchte einigermaßen cool zu bleiben, bat den Mann aufgrund ihrer Männer-Phobie nicht noch einmal zu schreien und ging bewusst aufrecht unseres Weges. Ich stand aber so unter Adrenalin, dass ich noch nicht mal merkte, dass ich mich bei der Aktion verletzt hatte. Doch anschließend zu Hause unter der Dusche, fing ich an, heftig zu weinen, denn mir war ja klar, was nun wieder auf uns zukommen würde. Ich war wütend und traurig zugleich. Normalerweise ziehe ich mich immer zurück, wenn ich sehr traurig bin und mache das mit mir allein aus. Aber diesmal schrieb ich bei Facebook, was geschehen war. Prompt reagierten ganz viele Menschen total lieb und richteten mich binnen weniger Stunden auf. Tausend Dank dafür!

Der momentane Stand ist der, dass Minah Meideverhalten zeigt, wenn wir den Park betreten, in dem es geschah. Mal mehr, mal weniger. Männern weicht sie jetzt wieder stärker aus und sie bellt einmal kurz, wenn sie von einem Mann fixiert/angesehen wird. Generell geht sie wieder vorsichtiger durch die Straßen und schaut sich alle Menschen und Hunde sehr genau an. Außerdem hat sie jetzt wieder ein Problem damit, wenn hinter uns jemand läuft und uns „verfolgt“. All das lag eigentlich schon seit Längerem hinter uns.

Das hört sich erstmal nicht gut an und es ist auch nicht gut. Aber wir werden immer mal wieder solche Rückschläge haben und jetzt gerade in diesem Moment ist das auch okay für mich. Ich bin für sie da und ich werde diesen Weg auch weiterhin mit ihr gehen. Manchmal werden wir stehenbleiben und manchmal gehen wir vielleicht auch ein paar Schritte zurück. Die Welt ist nicht perfekt und ich werde nicht immer alles Erschreckende von ihr fernhalten können. Ich denke, dass es nur wichtig ist, dass sie weiß, dass sie sich auf mich verlassen kann und dass sie immer wieder erlebt, dass sie nicht allein ist und ihr nicht wirklich etwas passiert. Jeder hat seine Baustellen – manche begleiten uns ein Leben lang. Meine Baustelle ist es, dass ich mich manchmal im wahrsten Sinne des Wortes nicht liebenswert finde und mich dann entsprechend behandle. Daran kann man arbeiten. Und ihre ist es eben, dass sie schneller Angst bekommt als andere. Auch daran kann man arbeiten. Sie hilft mir und ich helfe ihr. Unsere Herzen sind wach füreinander. 🙂

Niemand kann uns retten, außer wir uns selbst. Aber es hilft, wenn wir dabei nicht allein sind. Und das sind wir nicht.