Und schwupps ist schon wieder Mai. Die letzten Wochen rasten nur so dahin. Ende März waren meine Jennifer und ich in Dresden. Wir besuchten ein Konzert meiner Lieblingsband und übernachteten dort, weil nachts keine Züge mehr unter sechs Stunden nach Berlin fuhren. Somit war ich also gezwungen eine Nacht ohne Roan an meinem Bauch schlafen zu müssen. Eine harte Herausforderung, die wir aber beide gemeistert haben. Jenny tröstete mich nachts und Roan legte sich zu Hause an Herrchens Bauch. 😉 Das Konzert war phänomenal und übertraf meine größten Erwartungen. Ich hatte Karten für die erste Reihe ergattern können und im Gegensatz zu einigen Gothic-angehauchten und in sich ruhenden anderen Erste-Reihe-Sitzenden, begann ich recht bald mitzusingen. Offenbar gefiel dem Frontmann dies, so dass er häufig genau vor uns stand, mich mit seinen schwarzen Augen ansah und wir zusammen sangen. Das war total berauschend und ein Erlebnis, das ich sicher nie wieder vergessen werde. Ich hatte die Befürchtung, dass Jenny die Band nicht gefallen könnte, da sie schon ziemlich spezielle Musik macht, aber sie versicherte mir, dass sie gerne nochmal zu einem Konzert mit mir gehen würde – es kann also nicht so schlimm für sie gewesen sein. 😉 Am nächsten Tag aßen wir noch in einem leckeren veganen gemütlichen Restaurant und dann ging es auch schon wieder nach Berlin. Dieser kleine Wochenendausflug war trotz fehlender Hunde total schön. Ich hätte auch noch ein paar Tage länger in dieser schönen Stadt mit ihren netten Bewohnern bleiben können. Aber ganz sicher nicht ohne Bollerchen und Minchen. Verdammte Co-Abhängigkeit.

Ein paar Tage später wollte ich eigentlich zu meinen Eltern fahren, aber Roan machte unseren Plänen fast einen Strich durch die Rechnung. Er brach sich einen Zahn an und es war kaum sichtbar wie schlimm das Ganze war. Zum Glück konnte ich zu unserer Tierärztin Eva fahren. Es war nicht leicht eine Entscheidung zu treffen. Einen 13jährigen Hund narkotisiert man ja nicht einfach so, aber falls der Zahn doch etwas fester drinstecken sollte, hätte Eva nicht die notwendigen Instrumente gehabt. Nach einigem Grübeln und Telefonieren mit einem weiteren Arzt wagten wir uns dann an die Sache. Der Bollerkopp wurde ein wenig betäubt. Ich fixierte seinen Körper und Uli seinen Kopf. Und dann zog Eva den Zahn raus. Roan war ziemlich wütend – ist ja auch klar – aber Sekunden danach war ihm eigentlich nur noch wichtig, wann er seine Belohnung bekommt und spätestens zu Hause war seine Laune wieder prima. Danke an Eva, auf die man sich wirklich immer verlassen kann. Minah wurde auch noch kurz behandelt. Ich bermerkte schon vor einiger Zeit, dass sie im hinteren Rückenbereich heftig verspannt war und ich einen „Knubbel“ an dieser Stelle auf der Wirbelsäule fühlen konnte. Eva bestätigte, dass dies behandlungsbedürftig ist und knubbelte die Sternenfee wieder ein. 🙂

Am nächsten Tag konnten er, Minah und ich zu meinen Eltern fahren. Da war es wetterbedingt richtig toll. Ich hatte den Winter Ende letzten Jahres ja sehr vermisst und auch der Januar war nicht gerade von Schnee gesegnet. Also muss ich erst Ostern zu meinen Eltern fahren, um meinen heiß ersehnten Winter zu bekommen. Drei Tage lang lag Schnee. Und zwar so richtig schöner fetter Schnee. Wir drei hatten extrem viel Spaß und verbrachten Stunde um Stunde im wunderschönen Weiß. Ich musste die beiden regelrecht zwingen zwischendurch mit mir ins Haus zu gehen, um sich wieder aufzuwärmen. Es war toll und hat sehr für den fehlenden Winter in Berlin entschädigt. Manchmal nahmen wir auch Barny – den Hund meiner Eltern mit. Ich bin so froh, dass sich die drei uneingeschränkt verstehen. Binnen zwei Tagen taute der Schnee wieder und ich konnte sogar mit T-Shirt rausgehen. Sofort schossen die Krokusse und Schneeglöckchen aus dem Boden. Das war sehr beeindruckend. So konnten wir also Ostern den Winter und den Frühling gleichsam genießen. Und ich hatte mal wieder richtig viel Zeit zum Spaß-Lesen und für mein Fernstudium.

Anfang April fuhren wir dann zu viert zum ersten Rally Obedience Turnier in diesem Jahr. Das letzte Mal selbst trainiert und Training gegeben habe ich im Oktober letzten Jahres. Seitdem war es sehr still in diesem Bereich geworden. Wir freuten uns sehr bekannte Gesichter zu sehen und ich war ein wenig aufgeregt aufgrund des Trainigsdefizits. Das Wetter war prima und wie immer war dort alles sehr gut organisiert. Trotz mangelnder unmittelbarer Spazier-Möglichkeiten, fahre ich immer sehr gerne nach Lübbenau. Es richteten an dem Tag Carola Böldt und Dani Böttcher, wobei ich nur bei Dani das Vergnügen hatte. Roan ist ja, seit er taub ist, wieder sehr bellfreudig geworden. Also fütterte ich ihn mehrfach in unserem Senioren-Parcours, wenn ich merkte, dass er bollerig wurde. Das hat sich gelohnt, denn er bellte nicht einmal. Allerdings kostete uns das natürlich Zeit. Doch das war total okay. Wir konnten trotz Boller-Modus ganze 100 Punkte abstauben und landeten auf dem zweiten Platz. Ich bin sehr stolz auf meinen durchgeknallten Rentner.

Minah lief wieder in Klasse 1. Ich mochte den Parcours sehr und sie lief ziemlich souverän. Zu meinem Erstaunen musste ich ihre Aufmerksamkeit kaum bewusst immer wieder auf mich lenken. Letztes Jahr musste ich viel mehr verbal agieren als an diesem Tag. Das mag man von Weitem nicht sehen, wenn man uns beobachtet, aber für mich macht das einen ziemlichen Unterschied beim Laufen. Für mich heißt das jetzt, dass ich zwar noch nicht das nächste Turnier, aber auf jeden Fall noch in diesem Jahr mit ihr in Klasse 2 starten werde. Denn wenn ich weniger auf ihre Schrecksekunden eingehen muss, kann ich mich besser auf die zunehmende Schwierigkeit der nächsten Klasse konzentrieren. Ich bin schon jetzt gespannt, wie wir das meistern werden.

In Lübbenau jedenfalls lief sie total gut, aber ich muss sehr sehr schnell agieren, damit sie nicht selbst was unternimmt. Wenn ich „Bleib“ sag, geht es. Einmal zu lange auf ein Schild geblickt und sie wuselt kurz rum. Roan macht das ja auch, also liegt es wohl an meinem Trainingsstil. Das ist wohl der Nachteil, wenn man immer so schnell durch den Parcours flitzt. Das einmalige Wuseln kostete uns nette zwei Punkte und somit konnte auch Minah den zweiten Platz in ihrer Klasse verbuchen. 🙂 Ich finde, dass das ein richtig tolles Ergebnis ist, wenn man unsere monatelange Abstinenz betrachtet. Meine lieben Zauberhunde.

Einen Tag später war Minahs Geburtstag. Sie wurde schon vier Jahre alt, auch wenn man ihr das nicht unbedingt anmerkt. Meine kleine Hummelfee hat einige kulinarische Überraschungen bekommen und wurde noch mehr geknuddelt als sonst.

In den nächsten Tagen wurde es immer wärmer – um nicht sogar zu sagen – ganz schön heiß. Ich bin kein Fan von Hitze und leider fand mein Kreislauf das auch gar nicht witzig und strafte mich mit üblem Kopfweh. Dann hatte Minah plötzlich auch noch ein klitzekleines Loch im Ballen, dem sie ihre ungeteilte Aufmerksamkeit schenkte, so, dass wir leider nicht zu unserem Treffen mit den Tough Hunter-Mädels fahren konnten. Das machte mich ein wenig bockig. Aber wenige Tage später war alles wieder gut und wir freuten uns auf das Rally Obedience Seminar bei Dani in unserem Verein. Roan blieb zu Hause bei Herrchen und wurde dort den ganzen Tag auf der Couch beknuddelt, während Minah ackern musste. Sie machte das alles sehr brav und wir wissen nun, dass wir Distanzübungen und Sprungübungen der Klasse 3 noch üben müssen. Der Tag war sehr entspannt und locker fluffig gesellig und brachte uns dem Rally Obedience wieder sehr viel näher.

Momentan versuche ich unsere Sommerferien zu planen und ich gerate langsam ins Schwitzen. Es ist ja schon fast eine Tragödie: In den über 15 Jahren, die Uli und ich nun zusammen sind, sind wir aus diversen Gründen nicht einmal richtig in den Urlaub gefahren, mit Ausnahme einiger Tage um Silvester, was aber eher einer Stadtflucht, als einem Urlaub ähnelte. Wir haben zwar meine Eltern oder Bekannte besucht, aber richtigen Urlaub mit Ferienhaus gab es nicht. Ich finde das ganz schön übel, wenn man bedenkt, wie oft ich alleine mit den Hunden wegfahre. Und auch dieses Jahr sieht es nicht gut aus. Wir wissen erst seit letzter Woche, wann Uli Urlaub nehmen kann und nun sind natürlich die besten Ferienhäuser schon weg. Wir haben schon einige Stunden gesucht und nur Absagen erhalten. Entweder müssen wir nun also die Ansprüche runter schrauben oder das Geld hoch. Hmpf… Es wäre traurig, wenn es auch dieses Jahr wieder nicht klappt. Ich würde gerne für 14 Tage ins Elbsandsteingebirge fahren und Uli ins Fichtelgebirge, was mir auch recht wäre. (Ja, ein bewusster Kontrast zur Uckermark 😉 ) Aber jetzt noch ein gutes Häuschen mit eingezäuntem Grundstück zu finden, das nicht zu teuer für uns ist, scheint gerade unmöglich.

Mindestens eine Sommer-Aktivität steht aber schon fest: Am 12. August darf ich bei den Sportpfoten in Nauen Kinder und Jugendliche einen Tag lang im Rally Obedience trainieren. Ich hab schon richtig doll Lust drauf und hoffe, dass das Ganze auf Interesse stößt.