Die letzten Tage waren sehr sehr anstrengend. Unheimlich viele erkrankte KollegInnen und dadurch bedingt sehr viel Vertretungs-/Betreuungs-Unterricht und übellaunige Menschen um mich herum. Unsere Sechstklässler sind auf Ski-Fahrt und die hiergebliebenen mussten betreut werden. Chaos brach aus. Für solche Fälle ist es gut, wenn man neben der Arbeit Dinge machen kann, die wieder die Fröhlichkeit zurück bringen. Mich erden dann vor allem Aufenthalte mit den Hunden in der Natur. Arbeiten mit den Hunden. Fotografieren der Hunde. Wie machen das eigentlich Menschen ohne Hund? 😉

Letztes Wochenende traf ich mich dann zum zweiten Mal mit meinen Tough Hunter-Mädels. Diesmal allerdings nicht zum Essen, sondern zum Trainieren. Anika und Vera hatten einen Parcours aufgebaut, der uns alle umgehauen hat. Die meisten Disziplinen waren abgedeckt – laufen, klettern, kriechen, apportieren… und ich war total begeistert von unseren Hunden. Minah war gut drauf und vertraute mir in vielen ungewöhnlichen Situationen. Ich war sehr stolz auf mein Mädchen. Wir hatten bei bombastischem Wetter alle sehr viel Spaß zusammen und ich freu mich schon jetzt riesig auf unser nächstes Treffen.

Kurzfristig ablenken konnte mich auch ein Besuch bei Lord of the Dance in dieser Woche. Ich ging mit Ina dorthin – das hat schon Tradition. 🙂 Nachdem ich mich darüber aufregte, dass es 2 Euro kostet, seine Tasche in ein Regal stellen zu lassen, genossen wir die Show in der siebten Reihe. Es war sehr gut, allerdings nicht ganz so gut wie noch vor Jahren. Etwas zu viel Barbie, Disney und Tamtam. Die Frauen sehen extrem unnatürlich aus und die Männer ebenso. Das mag sehr viele Menschen ansprechen, aber ich fand bei meinen ersten Show-Besuchen gerade die irische Natürlichkeit so schön. Dennoch war es ein toller Abend und ich danke Ina für ihre nette Gesellschaft!

Ich fühle mich gerade absolut ausgelaugt und kann dennoch nicht schlafen. Es ist nach Mitternacht und ich bin totmüde. Aber so viele Dinge gehen mir durch den Kopf und egal, mit wem ich darüber spreche – ich werde sie nicht los. Noch vor einiger Zeit gab es einen Menschen, der mich jetzt wieder hätte runterfahren können. Nur wenige Sätze von ihm genügen und ich hätte babygleich einschlafen können. Ich vermisse diesen Menschen sehr. Und ich sehne mich danach, mich durch ihn verstanden zu fühlen. Aufgehoben. Verortet. Sehne mich danach, für ihn da sein zu können. Ihm etwas geben zu können, was ihm in diesem zweisamen Moment kein anderer gibt. Sehne mich danach ihn zu entführen. Aus seinem Alltag. Seiner Arbeit. Seiner Fokussiertheit. Und selbst entführt zu werden. Sehne mich danach zu wissen, dass er sich Zeit nimmt. Nur für mich. Nur für uns. Und dass er es gerne tut, obwohl die Zeit eigentlich immer zu knapp ist. Sehne mich nach unserer Ehrlichkeit, die fast bis zum Ende standhielt. Sehne mich nach dem Gedanken ihm ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Ihn herauszufordern. Ihn zu entspannen. Ihm Angst zu nehmen. Sehne mich nach unserer Zweisamkeit. Nach dem, was nur wir beide haben. Nur wir beide haben können. So anders. So speziell. Durch unsere Gleichheit in der Ungleichheit. Das was wir haben, kann niemand ersetzen. So verklärt das auch klingen mag, so tragisch ist es. Denn ich sitze jetzt allein an meinem Schreibtisch und sehne mich nach etwas, was ich nicht mehr bekommen werde und was eines der wundervollsten Dinge meines Lebens war. Und obgleich ich von großartigen Menschen umgeben bin, die heute Nacht gerne für mich da wären… Das, was mir dieser eine Mensch geben konnte, war einmalig.

Wenn alles in meinem Leben gut läuft, dann ist auch das okay für mich. Dann gibt es nur wenige Momente, in denen ich mich danach sehne. Aber wenn ich mich so ausgebrannt fühle wie in dieser Woche, dann ist es ganz schön hart die Sehnsucht zu bekämpfen. Und die Fragen nicht zuzulassen, warum uns das Universum zusammenbringt, um uns dann wieder zu trennen. Uns vor Augen führt, wie besonders wir zusammen sind und uns das dann wieder nimmt. Da hilft es auch nicht, mich zu Hause mit meinen Fellnasen in einem behaglichen Kokon einzumummeln. So viele Warum-Fragen sind in meinem Kopf und es gibt keine Antworten. Und keine Gespräche darüber. Für einen Menschen wie mich ist es sehr schwierig Ungutes einfach zu akzeptieren. Nicht dagegen anzugehen. Zu kämpfen. Nichts zu tun ist manchmal um einiges anstrengender als tätig zu werden.

Aber ich versuche mich jetzt einfach auf die nächsten Wochen zu konzentrieren und es stehen richtig tolle Sachen an. Ein Besuch bei den weltbesten Musikern in Dresden mit meiner Jenny. Urlaub bei meinen Eltern und das erste RO-Turnier in diesem Jahr rückt auch immer näher. Da sollten wir mal langsam mit dem Training beginnen. Und etwas ganz Wichtiges steht schon morgen bevor. Ausschlafen. Mit dem Beagle an meinem Bauch und der Ungarin auf meiner Hand.