Die letzten Wochen waren anstrengend, aber wunderbar. Wir haben viel erlebt. Minah wurde drei Jahre alt. Wir trafen uns endlich mal wieder mit Nadine und lernten ihren kleinen Border-Neuzugang kennen. Roan und ich absolvierten unser erstes RO-Turnier, seit er so gut wie nichts mehr hört und Minah bestritt ihr erstes Turnier überhaupt (Sie war total super!).

Es gab viele spannende zwischenmenschliche Momente, in denen ich den Begriff „Freundschaft“ für mich neu definiert hab. Es gab eine etwas schmerzhafte Zurückweisung und viele wunderschöne, liebevolle Situationen mit meinen Lieblingsmenschen. Viele Stunden hab ich damit verbracht, meine beruflichen Ziele ins Visier zu nehmen. Aber das Highlight war das Konzert bei der besten Band überhaupt – Deine Lakaien. Unvergesslich, atemberaubend und der pure Genuss.

Ende April fuhr ich wieder zu Christina mit Iva und verbrachte ein paar schöne Tage dort. Christina war wieder unübertroffen gastfreundlich und Iva und Minah mögen sich ja eh total gern. Ihnen beim Spielen zuzusehen macht einfach gute Laune. Außerdem hab ich Niedersachsen mittlerweile sehr ins Herz geschlossen. Am 01. Mai fuhr ich dann wieder zur lieben Silke und Renfield und knuddelte ihn zu seinem sechsten Geburtstag. Es war wieder schön und lustig mit Silke und am liebsten würde ich sie jede Woche sehen. Uns blieben leider nur wenige Stunden, da ich am gleichen Tag wieder nach Berlin aufbrechen musste. Bevor ich das tat, lief ich aber noch eine letzte Runde um meinen ansässigen Lieblingssee und traf zufällig auf einen Mann mit einem zuckersüßen Viszla, der sich uns anschloss. Merkwürdigerweise unterhielten wir uns die halbe Stunde so, als würden wir beide uns schon ewig kennen. Es war eine dieser spontanen Zufallsbekanntschaften, die einen mit Wärme erfüllen und ein Lächeln ins Gesicht zaubern, wenn man an sie zurück denkt. Mit einem zufriedenen Herzen und ohne Stau kam ich wieder in Berlin an.

So schön die letzten Wochen auch waren – irgendetwas stimmte nicht und ich glaube, ich hab erst heute so richtig verstanden was. Obwohl eigentlich „alles in Ordnung“ ist, fühlte ich mich so unglaublich getrieben. Ich spürte eine innere Unruhe und einen immensen Tatendrang, allerdings ohne zu wissen, inwiefern ich überhaupt tätig werden will. Teilweise ließ mich dieses Gefühl sogar sehr schlecht schlafen. Es gibt zwar momentan zwei etwas komplexere Themen, über die ich sehr oft nachdenke, aber im Prinzip kann ich dafür zur Zeit nicht allzu viel tun, außer abzuwarten, wie sich alles in den nächsten Wochen/Monaten entwickelt. Und genau da liegt wohl mein Problem. Abwarten… igitt…

Ich kann das einfach nicht. Konnte das noch nie und ob ich es jemals lernen werde, ist fraglich. Oft habe ich das Bedürfnis, das Beste aus mir herauszuholen – privat und beruflich. Ich habe immer mehrere Ziele, die ich gleichzeitig anstrebe und auf die ich hinausarbeite. Und wenn ich sie erfüllt habe, hält das Gefühl von Stolz meist nur sehr kurz an und es ist eher wie ein Abhaken eines Punktes auf einer To-Do-Liste. Die nächste Herausforderung wartet schließlich schon. Mittlerweile bin ich etwas geübter im „Genießen von Erfolg“ aber das Streben hat noch nie nachgelassen. Und wenn man so darauf aus ist, ständig tätig zu werden; alles mitzunehmen, was geht; sein Leben in eine oder mehrere Richtungen zu lenken und alles irgendwie zu kontrollieren, kommt man nur schwerlich damit zurecht, abzuwarten. Kontrolle abzugeben. Die Zeit arbeiten zu lassen. Meistens bin ich in der Lage selbst wieder runterzufahren und zur Ruhe zu kommen. Aber scheinbar blieb dafür in den letzten Wochen kaum Zeit. Und so fühlte ich mich immer getriebener und getriebener, bis ich heute endlich auf meine Nadja traf, einen herrlichen Spaziergang im Wald mit ihr machte und mich endlich verstanden fühlte. Ich freu mich so sehr, dass sich unsere Wege vor Jahren kreuzten und wir uns immer wieder gegenseitig erden können. Für mich ist das eine ganz kostbare und besondere Freundschaft.

Kommende Woche werde ich also stark an mir arbeiten, die Dinge mal so sein zu lassen wie sie sind. Das genießen, was da ist (Und es ist verdammt viel Großartiges da!) und nicht alles perfektioniert anzugehen und regeln zu wollen. Wenn meine zwei wundervollen Hunde das schaffen, muss ich das ja auch mal hinbekommen.

Und das, obwohl eine hoch komplizierte Begegnung mit jemandem ansteht, die mich sehr nervös macht und am Wochenende wieder ein Turnier stattfindet. Aber nein… ommm… ich werde einfach ganz entspannt abwarten, was passiert. Abwarten… igitt!