… wohnt ein Zauber inne.

Dieses Zitat von Hermann Hesse kennt wohl fast jeder. Und für mich ist es tatsächlich so, dass ich diesen Zauber zu jedem Jahresanfang verspüre. Ich mache mir Gedanken über meine Wünsche für das neue Jahr und schreibe sie in der ersten Rauhnacht auf kleine Zettel, die ich zusammen falte. In jeder Rauhnacht wird dann einer der Wünsche verbrannt und dem Erdboden hinzugefügt. Damit hat man ihn in die Hände der Mutter Erde gegeben und muss nicht mehr viel tun, damit er sich erfüllt. Am Ende bleibt ein Zettel übrig. Dies ist der Wunsch, für dessen Erfüllung man ganz allein Sorge tragen muss. Mein übrig gebliebener Wunsch in diesem Jahr ist zum Glück leicht zu realisieren. 🙂

Einige Pläne stehen in diesem Jahr an. Im Hundesport, bei der Arbeit und für mich ganz allein. Und sicher gibt es da noch Pläne, die in mir schlummern und von denen ich noch gar nichts weiß. Spannend wird vor allem der erste Start von meiner Sternenfee auf einem RO-Turnier im April. Ich bin schon jetzt aufgeregt. Es wäre schön, wenn sie Spaß an diesen Wochenendveranstaltungen hätte. Dreimal möchte ich erstmal mit ihr starten und dann entscheiden, ob das etwas für sie ist, oder ob wir zukünftig auf Turniere verzichten werden.

Silvester haben Uli, die Hunde und ich in der Uckermark verbracht. Die Ferienwohnung befand sich gleich neben einem wunderbaren Feldweg und gegenüber meiner lieben Freundin Kathrin. Wir hatten zwar einen Garten zur Verfügung, aber da dort die Nachbarskatzen die Herrschaft an sich gerissen haben, benutzten wir diesen kaum. Wir verbrachten viel Zeit draußen und hatten fast immer regenfreies Wetter. Abends kuschelten wir uns alle auf dem Sofa zusammen. Am Neujahrstag brachte ich Uli zum Bahnhof, der früher wieder arbeiten musste und blieb noch ein paar Tage allein dort. Schon am Bahnhof beschloss ich, zu meinem Lieblingssee zu fahren. Zu ihm gelangt man, wenn man auf einem losen Weg neben einem Acker einen Hügel hinunterfährt. Ich genoss mit den Hunden den See und den anliegenden Wald und nach einer Stunde gingen wir wieder zum Auto. Und dann passierte das, was ich schon befürchtet hatte – ich blieb auf dem Hügel stecken. Wir kamen weder vorwärts, noch rückwärts. Keine Menschen in Sicht. Kein Handyempfang im Auto. Juchu! Im angrenzenden Dorf sah ich erstmal niemanden und als ich an zwei Haustüren klingelte, öffnete auch niemand. War ja auch irgendwie klar am Vormittag nach Silvester…

Schwankend zwischen Panik und Lachanfall versuchte ich dort, wo ich Handyempfang hatte, jemanden aus der Uckermark zu erreichen. Die wenigen, die an ihr Handy gingen, konnten mir aber nicht wirklich behilflich sein und der ADAC meinte, dass so etwas nicht von ihren Leistungen abgedeckt werden würde. Joah… ich war also im wahrsten Sinne des Wortes ins neue Jahr gerutscht.

Den Hunden war das zum Glück alles recht egal und sie schliefen auf der Rückbank ein. Nach etwa zwei Stunden traf ich endlich auf zwei Frauen und ein Kind. Die waren sehr sehr nett und verwiesen mich auf einen Nachbarn. Der wiederum kannte einen Traktor-Fahrer, der auch irgendwann erreichbar war und leicht verkatert anrückte. Er hatte wohl schon des öfteren Autos von diesem Hügel gezogen. Nun also auch uns. Mein Matze wurde total verschlammt von ihm rausgezogen und das halbe Dorf jubelte uns zu. 😀 Ein 01.01., den man nicht so schnell vergisst.

Bis ich dann auch wieder nach Berlin fahren musste, genoss ich noch sehr die Weite, die Luft und die Ruhe der Uckermark. Nun allerdings fernarb schlammiger Wege. 😉  Nirgendwo bin ich so entspannt wie in dieser Gegend. Auch die Hunde lieben es dort. Roan wegen der tollen Gerüche den ganzen Tag über. Minah wegen der grenzenlosen Freiheit ohne Leine flitzen zu dürfen. Einen Tag bevor das Unwetter über der Uckermark hineinbrach, fuhr ich wieder nach Hause.

Nun ist der Januar auch schon wieder fast vorbei. Ein guter Monat, aber ein merkwürdiger. Bedingt durch einen Freund hab ich mich viel mit meiner Kindheit und Jugend auseinandergesetzt. Damit, dass wir alle nur im Rahmen unserer Erfahrungen leben können und dass wir das sind, was unsere eigene Geschichte aus uns gemacht hat. Das hat viele Erinnerungen hervorgerufen und es war schön, die Gefühle, die das auslöst mit jemandem teilen zu können, der Ähnliches erfahren hat. So etwas lässt mich geborgen fühlen und wer fühlt sich nicht gerne geborgen.

Ansonsten war dies in Hinblick auf die Halbjahreszeugnisse ein arbeitsreicher Monat. Außerdem hab ich sehr viel gelesen – kluge Bücher und Entspannungsbücher und Bücher mit blöden Texten aber schönen Bildern. Doch der Bücherstapel auf meinem Nachttisch scheint nicht abzunehmen.

Roan und Minah gehts gut – sie genießen es sichtlich, dass ich diese Woche bei ihnen zu Hause bin. Ihre Freundin May haben wir auch schon besucht und sie und ihr Frauchen zu einem kleinen Schneespaziergang entführt. Auf dem Hundeplatz waren wir dieses Jahr noch nicht. Eigentlich wollten wir heute das erste Training einläuten, aber da es plötzlich über Nacht wieder geschneit hat, haben wir es dann doch abgeblasen. Zum eigenen Training hinzufahren ist immer eine Sache, aber wenn mein Opa-Beagle bei den Temperaturen auf mich wartet, bis ich andere fertig trainiert habe, ist das doof für ihn. Wir hoffen also auf nächste Woche.

Dafür haben wir schon getrailt. Roan war fantastisch. Er war hochmotiviert (natürlich ohne Rücksicht auf das ständig stolpernde Frauchen zu nehmen – er würde sicher viel lieber ohne mich an der Leine durchstarten) und hat sich nicht durch andere Menschen mit Hund ablenken lassen. Er hat ausdauernd gesucht und war sehr sicher auf der Spur. Minah wurde angetrailt und setzte sogar sofort ihre Nase ein, so, dass wir so mutig waren und gleich beim zweiten Mal die Suchperson richtig versteckten. Man, ging die ab! Da haben wir definitiv etwas gefunden, was sie total super findet. Und wieder mal ein kleiner Neuanfang für sie.

Anfänge sind etwas Großartiges, denn wir können jeden Tag unseres Lebens mit etwas Neuem anfangen. Im Kleinen, wie im Großen. Mit einem neuen Hobby, mit einer neuen beruflichen Orientierung, mit einer neuen Freundschaft, damit, einfach etwas freundlicher zu anderen zu sein oder damit zu uns selbst liebevoller zu sein.

Ich wünsche euch für das Jahr 2017 viele wunderschöne Anfänge!