Das Jahr neigt sich dem Ende zu und ich sehe einer ganzen Woche in der Uckermark entgegen. Wo lässt es sich besser entspannen, als dort? Der perfekte Ort für das Ende und den Anfang eines Jahres. Und Minah entgeht so dem Silvesterstress Berlins.

Wie meist, werde ich in den letzten Wochen eines Jahres sehr nachdenklich (Ja, das lässt sich bei mir noch steigern.) und so rekapituliere auch ich, wie so viele andere, die letzten 12 Monate. Es war für mich ein Jahr der Auseinandersetzungen. Mit Menschen, mit meinem Beruf, mit der Vergangenheit und mit mir selbst. Auch mit Seiten an mir, die ich nicht mag.

Neu war die Furcht vor Krieg und die Furcht vor dem, was Terrorismus mit den Menschen machen kann. Vor einigen Tagen kam es in Berlin zu einem Terroranschlag. Noch nicht einmal selbst diese Erlebnisse verarbeitet, stand ich am Morgen danach vor kleinen Kindern, die erklärt haben wollten, weshalb so etwas passieren kann und die erwarteten, dass ich ihnen versichere, dass sie in Sicherheit sind. Aber das kann ich nicht. Ich denke, politisch werden die nächsten Jahre noch weitaus angespannter werden, als sie es momentan sind und ich hoffe inständig, dass die Richtigen an den Knöpfen sitzen werden.

Bei der Arbeit hatte ich einige Schwierigkeiten, die unser Schulsystem betreffen. Aber dieses System kann ich nicht ändern, sondern nur das Beste daraus machen. Einige meiner ehemaligen Schülerinnen haben mich besucht oder mir geschrieben, worüber ich mich total freute. Es ist schön zu sehen, wie großartig sie sich entwickeln.

Es liegen tolle Hundesportturniere hinter uns und ich freue mich, wie glücklich und fit mein Bollerbeagle ist und wie sehr Minah ihr neues Leben genießen kann. Hasso, der im Januar starb, fehlt mir immer wieder. Ich wache auch heute noch manchmal auf und erwarte, dass er mir mauzend entgegen springt.

Außer einer sehr ernüchternden zwischenmenschlichen Auseinandersetzung, konnte ich mich freuen, dass ich von so wunderbaren Menschen umgeben bin. Ich bin mit nichts mehr, was mich bewegt, allein und das fühlt sich großartig an. Alles was ich an Schönem und weniger Schönem erlebe, kann ich mit jemandem teilen. Dieses Glück ist nicht selbstverständlich.

Die letzten drei Monate waren auf emotionaler Ebene die mit Abstand intensivsten. Es ist erstaunlich, was alles passieren kann, wenn man sich fallen lässt. Wenn man seit acht Jahren Unausgesprochenes plötzlich ausspricht und wenn man die Verbote, die man sich selbst irgendwann einmal auferlegte, übergeht. Wenn man auf jemanden trifft, mit dessen Seele man so umgeht, wie mit der eigenen und bei dem man sich zumindest für einen Moment genauso geben kann wie man ist. Es einfach geschehen lässt. Ungeschminkt. Ohne Tabus. Ohne Erwartungen. Ohne Angst, was daraus werden könnte. Ohne zu zweifeln an dem, was man tut. Mit der Sicherheit, dass das eine Herz das andere auffängt.

Das ist wunderbar und ich hoffe, dass ich aus dieser Zeit mitnehmen kann, dass ich so etwas häufiger zulassen kann. Es ist für jemanden wie mich nicht leicht und ziemliches Neuland. Ich empfinde sehr stark und ich denke sehr viel. Eine oft ungünstige Kombination. 😉 So, dass diese Momente des Sich-fallen-lassens immer wieder unterbrochen wurden durch die Sorge verletzt werden zu können oder durch die Angst, man könnte mir mein Glück nehmen. Wer seine Maske fallen lässt, wird verwundbar. Wir alle tragen eine solche Maske und jeder, der sie auch mal ohne Furcht abnehmen kann, ist von Glück gesegnet. Fast jeder hat mehr oder minder Angst davor sein Innerstes Preis zu geben, doch wenn wir es dann tun, wünschen wir uns, wir hätten es schon früher getan. Doch manche Wunder brauchen ihre Zeit. Mein persönliches Wunder ließ das Jahr 2016 zu einem ganz besonderen werden, das ich niemals vergessen werde.

Ich bin unsagbar dankbar für diese Erfahrung und versuche nun das Vertrauen und die Geduld aufzubringen, dass diese „Geschichte“ für mich im neuen Jahr gut weitergehen oder enden wird. Und vielleicht schaffe ich auch, mich wieder etwas mehr auf andere wunderschöne Dinge meines Lebens zu konzentrieren. Ich habe da schon eniges geplant, worauf ich mich sehr freue. 🙂

Im Einklang mit der wunderbaren Uckermark erhoffe ich mir, dass mein Geist und meine Seele dort zur Ruhe kommen und ich die Pläne, die ich für 2017 habe, kraftvoll anpacken kann.

Ich möchte mich bei allen Menschen bedanken, die 2016 an meiner Seite standen. Die mir zuhörten. Mich ermutigten. Mich trugen oder mich schützten. Ich wünsche euch friedvolle Feiertage und einen wunderbaren Einstieg in das Jahr 2017 mit einem offenen Herzen!

Und natürlich möchte ich mich auch bei meinen wundervollen vierbeinigen Weggefährten bedanken, ohne die mein Leben nur halb so hell leuchten würde.