Die letzten Wochen war ich mit den Hunden ständig unterwegs – ob Tagesausflüge oder längere Aufenthalte. Am Anfang war es, um dem zu entfliehen, was mich die letzten Monate so runtergezogen hatte. Aber als ich das dann hinter mir lassen konnte, war es um zu träumen.

13958115_1128658570542869_5041984305100184808_oIch träume gerne und ich träume viel. Ich träume, wenn ich Bücher lese. Es gab Zeiten, in denen ich Uni-Vorlesungen geschwenzt habe, nur um mein Buch weiter lesen zu können.  Ich träume, wenn ich Landzeitschriften lese und stelle mir vor, was ich wohl wie in meinen Irgendwann-einmal-Garten pflanzen werde. Wenn ich durch Niedersachsen fahre und einen dieser unglaublich schönen restaurierten Resthöfe mit ihren Klinkerbauten sehe, träume ich davon, wie ich diesen Hof in die Uckermark teleportiere und dort einziehe. Wenn Christina aus den Äpfeln ihres Baumes leckeres Apfelmus für uns zaubert, träume ich davon, wie ich es ihr nachmache.

Träumen ist wichtig und Träume zu erfüllen ebenso. Die letzten Tage zeigten mir, was für ein erfülltes Leben ich doch habe. Es ist nicht weniger erfüllt, weil so mancher Traum unglaublich groß erscheint (jaja… Uckermark und so), denn auch im Träumen selbst finde ich Erfüllung. 14066379_1138816952860364_6932170093337651177_oEs macht Spaß meine Pläne zu meinem Irgendwann-einmal-Haus mit meinen lieben Freunden zu teilen, die geduldig meine Hirnegespinste immer wieder aufs Neue ertragen. 😉 Es gibt auch Hoffnung und Kraft diese Träume zu teilen.

Träumen ist für mich Luxus. Denn es zeigt mir, dass ich gesund und sicher bin, denn ich muss mich nicht darauf konzentrieren zu überleben, zu flüchten oder wo ich für den morgigen Tag etwas zu essen für meine Kinder herbekomme. Ich kann träumen. Es geht mir faktisch besser als dem Durchschnittsmenschen auf unserer Erde und bei all unserem täglichen Klagen, sollten wir das hier „bei uns“ nie vergessen.

13988228_1138525026222890_4182161640607395333_oManchmal fühlt sich ein Augenblick aber auch so unheimlich perfekt an, dass ich nur das Hier und Jetzt genießen möchte. Wenn ich mit Silke und dem ausgelassenen Renfield zwischen den Maisfeldern spazieren gehe und er mich anlacht. Wenn ich in der Abendsonne auf der Liege im Garten meiner Eltern lümmel – neben mir drei wohlig schnarchende Hunde – und ich dem Zaunkönig auf der Tanne beim allabendlichen Zwitschern zuhöre. Wenn ich mit Nadja im Kies liege und die Nase ihrer May sich in meine Hand bohrt. Oder wenn ich in der Augusthitze mit Christina in ihrem Garten liege und wir Minah mit ihrer Freundin Iva beim Spielen beobachten und in uns hinein grinsen.

Es gab in den letzten Wochen so viele schöne Momente und ich hoffe, dass ich mir diese Schönheit bewahren kann und mich selbst daran erinnere, wie dankbar ich für mein Leben sein kann. Für meine Gesundheit. Meine Sicherheit. Für die tollen Menschen in meinem Leben. Für die großartigen Tiere, die mich begleiten. Für das Träumen.

Und all das Unschöne versuche ich als Herausforderung anzusehen, die ich bestehen soll und die mich etwas lehren wird.

14054359_1144125298996196_3001316635963955874_oDas Reisen hat mir gut getan. Es hat mir wieder gezeigt, was ich will, was mir wichtig ist und wen ich liebe. Wer ich bin und wer ich sein will. Ich habe wieder Vertrauen in meine Zukunft und darin, dass alles so kommen wird, wie es gut für mich ist. Das gibt genug Kraft, um in der kommenden Woche wieder die Arbeit aufzunehmen und sich nicht von gewissen Dingen verletzen zu lassen. Was kümmert mich in zehn Jahren, was ein mir nicht nahe stehender Mensch aufgrund seiner Allerweltsfrust zu mir sagt? Gar nichts. Denn ich lebe dann schon ein oder zwei Träume mehr als heute.