Die Sommerferien haben begonnen – und die brauche ich auch dringend. In den letzten Wochen habe ich nichts auf unserer Homepage geschrieben, frei nach dem Motto: Wenn man nichts Gutes zu sagen hat, sagt man einfach gar nichts. Dabei sind viele schöne Dinge passiert, aber wenn alles von einer größeren Problematik überschattet wird, fällt es einem manchmal schwer, diese Dinge auch zu genießen. Ich bin dann immer etwas sauer auf mich und fühle mich so verdammt undankbar. Dann hilft oft nur zeitlicher und/oder räumlicher Abstand, um die Perspektive zu wechseln und um herauszufinden, was man tun kann und möchte, damit „alles wieder gut“ ist. 13690658_1107882975953762_3966470552411813953_nDafür eignen sich die Sommerferien hervorragend und schon der erste freie Tag hat geholfen, um zu erahnen, was ich verändern kann, damit mich bestimmte Umstände nicht mehr belasten. Alles Schlechte hat auch etwas Gutes – etwas Erlernbares – und ich muss jetzt dringend lernen, dass ich mich mit Situationen, an denen ich nichts ändern kann, abfinde. Das ist wirklich Schwerstarbeit für mich. 😉

Was ist also die letzten Wochen so passiert?

Rally Obedience: Die neue Prüfungsordnung, die ab 2017 gültig ist, wurde veröffentlicht. Ich freu mich, dass es in der Seniorenklasse neue Übungen gibt. Ab kommendem Jahr werde ich mit dem Bollerchen nämlich in dieser Klasse starten und finde es toll, dass wir nicht einfach nur weniger zu machen haben, sondern auch etwas ganz Neues dazu kommt und das Beagle-Tier braucht definitiv immer mal wieder neue Herausforderungen. In den letzten Tagen wurde ich mehrfach gefragt, warum ich denn in die Senioren wechseln möchte, wenn er doch noch so fit ist. Aaaaalso… 😉 Roan wird dann 12 sein. Ja, abgesehen von einer leichten Arthrose, die sich kaum auswirkt, ist er quietschfidel und absolviert den 3er-Parcours auch weiterhin zackig. Aber ich kenne mein Murkelchen ja sehr gut und ich merke, dass es ihm nicht mehr ganz so leicht fällt, wie noch vor zwei Jahren. Auch nach einem Turnier ist er viel müder als früher und beim Training nicht immer so konzentriert, wie er mal war. Ich möchte ihn nicht erst in die Seniorenklasse stufen lassen, wenn er merklich leidet oder öfter bockig wird, wenn er merkt, dass er einzelne Übungen falsch gemacht hat, was numal immer häufiger passiert, weil er „träumt“. Er ist nämlich ein sehr ehrgeiziger Hund (Ja, wirklich!) und wenn er erlebt, dass wir nicht so toll waren, fängt er an zu schmollen. Da kann ich noch so sehr versuchen ihn überschäumend zu loben. Er ist ja nicht doof. 😉 Also werden wir im Oktober unser letztes 3er-Turnier in Schulzendorf absolvieren und dann Spaß in der Seniorenklasse haben. 🙂

13417586_1077493462326047_106475659039037867_nZwei RO-Turniere liegen hinter uns. Wir waren auf der SGSV Landesmeisterschaft Berlin-Brandenburg, organisiert vom HSV Plänterwald. Die Stimmung war anders als sonst, da viele seeeeehr nervös waren, was ganz schön ansteckend war. 😉 Zudem waren viele unbekannte Gesichter dort – teilweise aus dem Obedience-Bereich. Die Organisation war super, mal wieder ein großes Lob an den Plätscherwald! Trotz Nervosität behielten die meisten ihre gute Laune bei und es war ein sehr netter Tag. Der Parcours wurde von Iris Sommerauer gestellt, was ich großartig fand. 13443094_799919543478172_1613122332633019312_oIch nehme ihre Parcourse sehr häufig für meine Trainingsgruppe, hatte sie aber noch nie persönlich kennengelernt. Unser 3er war anspruchsvoll, aber nicht unbezwingbar, jedoch ganz schön eng gestellt. Ausgenommen der Tatsache, dass Roan plötzlich kein Sitz aus der Bewegung mehr kannte (auch Tage später nicht mehr), war ich sehr mit ihm zufrieden. Wir konnten 86 Punkte bekommen und Platz 4 von 13 machen. Hach… wenn das Sitz geklappt hätte… 😉 Am Ende der Veranstaltung galt es noch die ersten drei Platzierungen an die besten Mannschaften zu vergeben und ich war überaus überrascht und erfreut, dass unsere Mannschaft den zweiten Platz machte. Das ist sooooooooooo cool! Ich bin total stolz auf uns. Wir fuhren mit Unmengen von Hundefutter und sehr zufrieden wieder nach Hause.

13466157_1077377699004290_5788583366408274341_nEin weiteres Turnier fand letztes Wochenende statt. Es war das erste der Sportpfoten Berlin-Brandenburg. Das Wetter war sehr launisch. Es regnete viel – so auch bei unserem Lauf – und zwischendurch hatte man immer wieder Bedenken einen Sonnenbrand zu bekommen. In zwei Klassen hatte ich geschrieben und durfte mit der Richterin Astrid Heilig kuscheln. 😉 Unser Parcours sah auf dem Papier machbar aus, nur drei Sachen beschäftigten mich. Zum einen musste Roan von 8:00 Uhr bis 13:30 Uhr auf seinen Lauf warten, was sich oft steigernd auf seine Bollerigkeit auswirkt. Zudem waren die Sprünge gleich am Anfang des Parcours. Da er sich beim Rennen oft hochspult und anfängt zu bellen und dann unkonzentrierter wird, hätte das blöd für uns laufen können. Aber am riskantesten fand ich die Hürdenbeschaffenheit. Sie bestand aus einer Stange auf zwei Pylonen. Bisher hatte ich versäumt, Roan mit solchen Konstrukten bekannt zu machen. Zum Glück war auch im Vorbereitungsraum so eine Hürde und ich behielt recht mit der Annahme, dass Roan das nicht als Hürde erkennen würde. Während also unsere Vorläufer liefen, ließ ich Roan immer wieder über diese Hürde springen, in der Hoffnung, er würde sie auch auf dem Platz als solche erkennen.

13734927_605249759656175_730062813034116040_oDann waren wir also dran und starteten bei wunderbarem Regen. Auf dem Video sieht man leider keine Details. Als er über die Hürde springen sollte, zögerte er für eine Millisekunde und guckte mich ratlos an, nahm sie dann aber doch. Von Bellen weit und breit keine Spur. 🙂 Nach dem ersten Sprung kam ein Sitz und dann sollten wir nach links gehen. Da baute er einen kreativen Kringel ein, der uns 5 Punkte kostete. Einiges war etwas schief und das Schnuppern in Richtung Futter kostete auch Punkte. Insgesamt kamen wir aber mit 88 Punkten raus und somit mit Platz 1 von 4. Braves Beaglechen. 🙂 Zur Belohnung bekam er dann von Herrchen ein Wiener Würstchen, von mir drei Gurken-Makis (diese Sushi-Röllchen) und von den Sportpfoten gabs auch noch was. Das hat sich doch gelohnt. 😉 Die Stimmung war toll, die Vereinsleute total nett und zuvorkommend und die Schleifen sehr schick ausgesucht!

Ach und veganen Krautsalat gabs auch. 😉

 

Ja und dann war da ja noch das Turnier in unserem eigenen Verein. Allerdings nahm ich nicht daran teil, sondern fungierte die ganze Zeit als Schreiberin. Ich weiß ja nicht, wie Richterin Dani Böttcher darüber dachte, aber ich freute mich auf unsere stundenlange Zusammenarbeit. 😉 Man lernt dabei soo viel und es macht Spaß diese ganzen tollen Teams aus der Nähe zu sehen. Außerdem hat man mit Dani eh immer Spaß. Ich fand den Tag gelungen und ich hoffe sehr, dass sich all unsere Gäste bei uns wohlgefühlt haben.

Unser nächstes Turnier ist erst wieder Ende Oktober.

13592253_1088425277899532_865167790774582054_nMeine Uckermark: Natürlich waren wir auch dort – ist ja wohl klar. 😉 Wir waren dreimal da. Zweimal mit Uli zusammen und einmal mit meiner lieben Nadja. Mit Uli hab ich endlich anbaden können in meinem Lieblingssee. Es ist so wunderbar, wenn man mitten auf dem See treibt, um einen herum ist alles ganz still bis auf die singenden Vögel und das eventuelle Fiepen eines Hundes, der es gerade doof findet, dass Frauchen so weit weg ist. 😉 Man ist umgeben von riesigen Bäumen und über einem ist der strahlende Himmel. Einfach wunderbar friedlich. Bei so heißem Wetter kommen auch die Einwohner und gehen dort baden – aber komischerweise stört mich diese Geselligkeit nicht so sehr, wie in Berlin. Die meisten sind sehr nett, nicht aufdringlich und werfen den Hunden auch keine bösen Blicke zu. Jeder genießt die Stille und die Natur für sich und so empfinde ich Verbundenheit mit diesen Menschen, die zumindest für den Moment das Gleiche lieben wie ich.

13585034_1087779587964101_6158867092378570457_oMit Nadja hab ich dort sogar übernachtet – das war Minahs erste Nacht im Zelt. Leider hatte ich total unterschätzt wie kalt es nachts noch werden kann und so froren wir drei etwas. Roan versuchte dann in meinen viel zu engen Schlafsack zu kriechen, was ihm auch gelang, aber mich nicht einschlafen ließ. 😉 Minah wickelte ich in mehrere Decken ein. Am nächsten Tag wanderten wir 11 Kilometer im und um den Grumsiner Forst. Es war soooo toll. Und Roan humpelte danach auch nicht, was mich sehr gefreut hat. Nadja und ich sind auf den ersten Blick recht verschieden, aber es verbindet uns sehr viel. Ich freu mich, so eine tolle Freundin zu haben. Sie wurde begleitet von ihrer neuen Hündin May, die entwicklungstechnisch schon einen weiten Weg hinter sich hat, aber auch noch vor sich. Nadja macht das großartig und ich bin schon gespannt, wie die May in ein paar Monaten drauf sein wird.

13690725_1108076375934422_8791845492197716683_nMinah: Ach, was soll ich da noch schreiben? Sie wird immer cooler, auch wenn wir natürlich noch an einigem arbeiten müssen (Männer und Krach!) und vieles seine Zeit braucht. Sie ist so unheimlich witzig und lebensbejahend und ziemlich brav. Ab und an könnte ich mir auch vorstellen, nächstes Jahr mal ein RO-Beginner-Turnier mit ihr auszuprobieren. Mal sehen. Sie ist meine kleine zauberhafte Sternenfee, die mittlerweile auch schon richtig mit mir spielt ohne, dass sie die Befürchtung hat, ich würde sie im nächsten Moment fressen. 13433172_1075460295862697_4272443484036240421_oSie kuschelt auch total gern und sie ist in neuen Gegenden nur noch sehr selten verunsichert. Immer wieder überrascht mich ihre Auffassungsgabe und ihr Wunsch mitzuarbeiten, wenn man bedenkt, wie sie ihr erstes Lebensjahr verbracht hat. Sie ist großartig und ich bin so froh, dass wir sie bei uns haben. 🙂

Schule: Tja… das letzte Halbjahr lief insgesamt nicht so gut für mich. Aber die Hauptsache bei meinem Beruf – die Kinder – waren immer toll. Drei Klassen haben wir wieder verabschiedet und eine werde ich ganz besonders vermissen. Ich konnte dort ich selbst sein und hatte sehr viel Spaß und schöne Momente. Ich hoffe, der ein oder andere besucht mich mal oder schreibt mir.

13709881_1109407115801348_1439237227630383408_nAber nun ist erstmal PAUSE angesagt. Endlich wieder Zeit zu fotografieren (ich hab mein erstes Ultraweitwinkel-Objektiv und es ist prima); endlich wieder lesen – die Bücher und Zeitschriften auf meinem Bettschrank stapeln sich ins Unermessliche; endlich wieder einfach mal nur abhängen, wenn einem danach ist und auch arbeiten ohne Zeitdruck. Endlich stundenlang die Hunde knuddeln, bis sie völlig genervt von mir sind. Und endlich mal genug Muße und Entspannung, um über das nachzudenken, was die letzten Monate schief gegangen ist und wie man in Zukunft damit umgeht.

Ich wünsche allen, die etwas davon haben, wunderbare Sommerferien!