Der Mai brachte uns noch einige emotionsreiche Ereignisse. Schönes, aufregendes, entpannendes und trauriges.

Am 05.05. war es so warm, dass wir erstmalig in diesem Jahr und erstmalig mit Minah picknicken konnten. Wir fuhren nach Dahlewitz und es war sehr entspannt. Minah fands toll, einfach nur im Gras zu lümmeln und Roan fand unser Picknick-Essen sehr anregend. 😉 13118874_1047652608643466_5604926534029570741_nMinah teilte mir dann irgendwann mit, dass sie etwas furchtbar Tolles im Gras entdeckt hat und als ich nachsah, fand ich ein wunderhübsches Zauneidechsen-Weibchen. Nachdem ich sie fotografierte, setzte ich sie ein paar Meter weiter weg in Sicherheit. Ich hatte schon seit Jahren keine Zauneidechse mehr gesehen.

 

13254738_1056420411100019_4812977997438525376_oNach diesem schönen Erlebnis stürzten die Hunde und ich uns dann Pfingsten gleich weiter in die Natur und fuhren zu meinen Eltern nach Meck-Pom. Keine zwanzig Minuten nach unserer Ankunft suhlte sich Roan in unbeschreiblich ekligem Kot… Zweimal stand er deshalb in der Badewanne und musste letztlich mit einem Badezusatz für Menschen, der penetrant nach Nadelwald roch, gebadet werden, damit er überhaupt irgendwie geruchlich zu ertragen war. 😀

Das Wetter war sehr durchwachsen. Die trockenen Stunden nutzten wir für Spaziergänge und die nassen Stunden zum Kuscheln zu viert. Barneby hatte sich sichtlich über uns gefreut und rückte uns gar nicht mehr von der Pelle. Er ist auch einer von relativ wenigen Hunden bei denen ich finde, dass die Kastration eine gute Entscheidung war. Er ist viel entspannter und nicht mehr so versext. Er bestieg ja alles und jeden und stresste sich damit immens. Jetzt neigt er zwar immernoch dazu einen Menschen für sich beanspruchen zu wollen, aber reagiert umgehend, wenn man ihm klar macht, dass man das nicht möchte. Er spielt total gerne mit mir und findet da kein Ende. Roan und er haben noch nie miteinander gespielt. Bei Minah waren nur leichte Ansätze zu sehen. Sie ist sehr schnell und das macht ihm etwas Angst. 13241352_1053785204696873_2048481996240610155_nEr hat schlechte Erfahrungen mit einem Nachbarshund gemacht, der ihm immer wieder beim Spielen weh getan hat und was leider zu spät unterbunden wurde. Aber meiner Meinung nach müssen Hunde auch nicht unbedingt spielen, um sich gegenseitig zu schätzen.

Einmal fuhren meine Eltern und ich zu meinem Lieblingsort während meiner Teenagerzeit. Lütow liegt auf der Insel Usedom. Früher war es ein sehr unbekannter, etwas wilderer Ort direkt am Wasser. Heute wirkt er viel gepflegter, kultivierter und damit für mich etwas unattraktiver, aber dennoch sehr sehr schön. Nur hatte ich mich etwas gewundert. Ich wollte unbedingt meine damalige übliche Wanderstrecke ablaufen und das taten wir dann auch. Nur endete der Weg viel schneller, als ich es im Gedächtnis hatte. Also kommt einem nicht nur als Kind alles viel größer vor, sondern auch noch als Sechzehnjährige. 😉

13263897_1057790114296382_492654705625276576_nTiefenentspannt fuhren wir wieder zurück nach Berlin. Ich vermisste Barneby ungewohnt doll und stürzte mich in die Arbeit. Als ich eines Tages zur Schule ging, wartete davor schon eine Schülerin auf mich, die mir ein Spatzen-Junges in die Hand drückte. Es war wohl am Vortag in das Geschäft ihres Vaters gehoppelt und da sie wusste, dass ich sehr tier-affin bin, sollte ich jetzt diesen Vogel retten. Zum Glück hab ich eine wunderbare Freundin – die Nadine – die sich mit der Aufzucht von Vögeln gut auskennt und ihn ein paar Stunden später abholte. Er kam dann einige Tage später zu jemandem, der noch andere Spatzen-Junge hat, so dass er mit ihnen zusammen groß werden kann. Dem Vogel geht es heute sehr gut und ich bin dankbar, dass ich eine so mitfühlende Schülerin unterrichten darf.

Zudem besuchte eine Frau vom Tierheim Berlin eine meiner Klassen und gab zusammen mit ihrer süßen Hündin Tierschutzunterricht. Die Kinder hatten ja vor einigen Wochen durch einen Kuchenverkauf Spenden für das Tierheim gesammelt, die sie nun überreichen konnten. Es war eine tolle Stunde und ich hoffe, dass die Kids neben vielem Faktenwissen auch ein offeneres Herz mitgenommen haben. Eine Woche später wurde uns Lehrpersonen bei einer Versammlung erzählt, dass die KlassenlehrerInnen mit ihren Klassen am Berliner Orientierungswandern teilnehmen können. Und da ich ganz ganz ganz traurig geguckt hab, hat mir eine Kollegin – die eh keine Lust drauf hat – ihre Klasse zur Verfügung gestellt. Wir wanderten also circa 15 Kilometer (eigentlich 12, aber wir verliefen uns zweimal) am Schlachtensee entlang und durch Wälder und lösten Aufgaben. 13123002_1048103488598378_6724460271751023118_oEs hat total viel Spaß gemacht und war immens komisch, da pubertierende Sechsklässler einfach manchmal einen tollen Humor haben. 😉 Am Ende haben auch nur zwei Kids ein klitzekleines bisschen gejammert, obwohl fast allen die Anstrengung zu Gesicht stand. Wenns nach mir gehen würde – ich könnte das jede Woche machen.

Am 21.05. fuhren wir zum HGV Havelland zum RO-Turnier. Ich mag die Gegend dort sehr – gehe super gerne über die anliegenden Felder spazieren, aber so eine Zeckenplage hab ich noch nie erlebt. Erst dachte ich, es wären lauter kleine schwarze Samen auf Roan… Letztlich sammelte ich über 50 Zecken von ihm ab. Einen Tag später zog ich noch eine aus meinem Bauch raus. Bäh!

Das Turnier war wie immer organisiert. Die Qualität unseres Laufes war auch wie immer dort: Ziemlich grottig. 😀 Ich weiß nicht, was das ist… Ich kenn ihn ja nun sehr gut und auch wenn es manch Außenstehenden nicht auffällt, sehe ich genau, wenn er kurz vorm Implodieren ist. 😉 Und das ist er dort irgendwie immer. Sobald ich den Ring verlasse, schnüffelt er auch wie ein wildgewordenes Wildschwein auf dem Boden rum und kriegt gar nichts mehr mit. Aber wie meinte ich noch an dem Tag – Niederschläge sind ganz gut, sonst werden wir noch arrogant. 😉

13243791_1056467561095304_7952683358329635889_oMinchen hat mittlerweile auch ihren ersten RO-Parcours gesehen. Während sie die Schilderhalter okay findet, gruselts ihr vor den Pylonen und Futterhauben doch noch etwas. Aber sie hat mehr Spaß an der gemeinsamen Arbeit, als ich vermutet hätte und viele Schilder aus der Beginnerklasse hat sie schon gelernt. Jetzt beginnen wir gerade mit dem Hinterhand-Training, damit sie die linken Winkel „ordentlich“ läuft. Ich bin gespannt, wie schnell sie das versteht.

Zum Agi konnten wir die letzten Male nicht so häufig – aber auch hier ist sie erstmalig mehrere Hürden am Stück gesprungen. Es fällt ihr naturgemäß noch schwer, sich von meiner Hand zu lösen, aber nach und nach bekommt sie mit, dass nicht nach jedem einzelnen Hindernis ein Leckerli zur Verfügung steht. Mit Roan werde ich kein Agi mehr machen. Nachdem er immer mal wieder unrund lief, diagnostizierte Eva bei ihm eine aktivierte Arrthrose, die durch einen Sprung im März ausgelöst wurde. Mein bester Freund wird alt. Das ist erstmal hart und ich gewöhne mich an den Gedanken auch noch nicht so richtig. 13173501_1048103478598379_367708914194506613_oSo sind wir Menschen… Ständig klammern wir uns an all das, was schön ist und sind nicht in der Lage Vergänglichkeit und häufig auch den Ist-Zustand zu akzeptieren, dabei machen unsere Hunde es uns doch so wunderbar vor. Mein Bollerkopp ist jetzt 11 und wird im Oktober 12. Er ist im Kopf total fit und abgesehen von dieser aktivierten Arthrose auch körperlich total belastbar, obgleich er mehr schläft als noch vor fünf Jahren. Schonen tut er sich gar nicht. Ihn jetzt wochenlang meistens an einer kurzen Leine zu führen war für uns beide eine Zumutung. Nun bekommt er MSM, die liebe Marion – erprobt im Halten alter Beagles – hat mir noch ein paar Tipps gegeben und kommendes Wochenende werde ich mal recherchieren, was ich noch tun kann. Ich hoffe, wir müssen nicht auf das Wandern in der Uckermark verzichten. Ab dem kommenden Jahr werd ich auch mit ihm in den Senioren starten – das ist entspannter und ohne Sprünge. Aber seine tollen Links-Drehungen werden mir dann fehlen. 😉 Langweilig wird es eh nicht, denn seit dieser Woche ist das zukünftige Regelwerk für RO raus, das ab Januar gelten wird. Da ist einiges Neues dabei und so haben Roan und ich auch wieder neue Herausforderungen. 🙂

13307328_1063254990416561_453307658909415009_nDa ich unbedingt mal wieder in die Uckermark wollte, aber Roan geschont werden musste, kam Uli auf die Idee einer Bootstour. Meine Uckermark-Kathrin empfahl mir, mich an René Sonnenberg zu wenden und mit ihm verabredeten wir uns dann am See in Schmölln. Wir bekamen ein Kanu und Uli musste die schweißtreibende Arbeit übernehmen, während ich den sehr entspannten Roan und die leicht nervöse Minah auf einer Decke ruhend im Auge behielt. Nach einer Weile entspannte sie sich auch und ich fand es so super, dass ich es nochmal machen möchte. Wieder am Ufer angekommen, machten wir ein Picknick. Wie immer trafen wir auf ausnahmslos nette Menschen – selbst die manchmal grumlig aussehenden Angler grüßten uns nett. Eine Frau mit einem Hund, fragte uns, ob sie ihren Hund kurz ans Wasser lassen könnte oder ob wir uns dann gestört fühlen würden. 13267835_1063207323754661_837317434136090645_nWer bitte fragt denn sowas noch in Berlin? Hier ist man so reizüberflutet, dass man sich gegenseitig nicht mehr sieht.

Jedenfalls war es toll und der René ist auch ein total Netter. Wer Lust hat, ebenfalls die Gewässer der Uckermark zu erkunden, kann sich ja mal an ihn wenden: www.kanuverleih.net

Ja – die liebe Uckermark. Schon seit Längerem möchte ich dort hinziehen. Ich fühl mich dort verdammt zu Hause. Als Ziel hab ich mir 2018 gesetzt – egal ob realistisch oder nicht – ich brauche einen Zeitraum, damit ich nicht verzweifel. 😉 Vor allem ist es von unseren Finanzen abhängig und damit die solide sind, brauch Uli auch einen soliden Job. 13301404_1064360733639320_881914306267598657_oEr hatte einen ziemlich tollen ins Auge gefasst und die Chancen standen wirklich richtig gut – wir rechneten sehr damit, dass das klappen könnte. Hat es aber dann doch nicht, was uns beide sehr hart getroffen hat. Wobei wir wieder beim Thema Akzeptanz der Ists-Zustands wären…

Um uns wieder aufzurichten, packte ich meine Familie ins Auto und fuhr mit ihr wieder mal in die Uckermark – diesmal an einen meiner Lieblingsseen. Zu meiner Überraschung war das Wasser total aufgewärmt und ich konnte sogar schwimmen gehen, was ich mordsmäßig genoss. Dieses Gefühl – inmitten eines Sees leise zu treiben, umringt von großen Bäumen zu sein und nur das Gezwitscher der Vögel zu hören – herrlich. Uli ging auch bis zum Bauch rein und sogar Roan war kurz zum Schwimmen zu animieren. Minah wollte nicht eine einzige Pfote reinsetzen. 😀  Zuerst waren wir allein und genossen die Ruhe. Später kamen andere Leute – auch mit Hund – und ich freute mich, dass sich Minah in deren Anwesenheit entspannen konnte. Und was macht mich außer der Uckermark noch glücklich? Das Fotografieren. 🙂 13317007_1068562549885805_6367916894826804183_oKathrin verriet mir eine Stelle mit vielen Mohnblumen und wir trafen uns dort. Ich knipste meine beiden Schönheiten, die alles brav mitmachten, obwohl es mächtig heiß war. Kathrin brachte ihre beiden feengleichen Silken Windsprites mit, die mich mal wieder verzauberten. Ich hätte gerne dort übernachtet – im Morgenlicht muss das Feld atemberaubend aussehen.

Ich konnte sogar ein Foto mit Minah und Uli machen, auf dem wir sie nicht vorher anleinen mussten. Ihre Beziehung zueinander wird immer besser, auch wenn es die letzten zwei Wochen ein wenig stagniert. Sie ist jetzt nämlich täglich im Haus oder in Hausnähe mit Handwerkern konfrontiert, die sehr laut sind/arbeiten und dadurch reagiert sie wieder etwas nervöser auf Männer – phasenweise auch auf das eigene Herrchen. Aber zum Glück kenne ich diese kleinen Rückschritte oder Stagnationen von ihr schon und weiß, dass sie vorüber gehen. Im Großen und Ganzen macht sich das kleine Fräulein verdammt gut und ich bin sehr froh, dass wir sie zu uns geholt haben. 🙂

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Minah hat übrigens einen neuen Freund. Der kleine Mann heißt Scotty, ist ganz schön frech und ebenso süß und wir werden ihn jetzt wohl regelmäßig auf dem Hundeplatz treffen. Beim ersten Mal wollte ich ihn klauen und hab ihn ins Auto gepackt – aber dann fiel mir plötzlich auf, dass er ja gar keine Schlappohren hat. Das geht ja gaaar nicht. 😉

Minah und er spielen sehr eifrig miteinander und Roan macht einen auf soveränen Altrüden. 😉 Ich bin gespannt, wie sich deren Beziehung noch entwickeln wird. Minah ist jedenfalls eine tolle Mutti.