Das triste, feuchtkalte Wetter, das nicht unbedingt zu langen Ausflügen einlädt passt zu unserer Laune. Noch immer denke ich jeden Morgen beim Aufwachen an Hasso und dass mir seine Begrüßung sehr fehlt. Aber das Leben muss weiter gehen und da ich es wegen der traurigen Ereignisse noch gar nicht getan habe, berichte ich heute von den letzten und ersten Tagen im Jahr.
1bNachdem Gesine und ich noch zum einzigen Weihnachtsmarkt Berlins gingen, den ich schön finde, (Dahlem Dorf) fuhr ich am 27.12. in meine geliebte Uckermark. Als ich ankam, war es schon dunkel, aber ich fand das Haus sofort. Ich wurde sehr nett von den Eigentümern der Ferienwohnung und ihrem Sohn begrüßt und mir wurde die sehr gepflegte und nett eingerichtete Wohnung gezeigt (http://www.ferien-jentzsch.de). Neben Pralinen für mich, bekamen sogar die Hunde beide eine Kaustange. Roan machte seiner Rasse wieder alle Ehre und fand binnen Millisekunden die Pralinen auf dem Tisch, noch bevor ich überhaupt den Raum betreten konnte. Aber gucken ist ja erlaubt. Nachdem ich unsere Sachen aus dem Auto geholt hatte, gingen wir noch eine kleine Runde Gassi und dann machte ich es mir auf der Couch gemütlich.
6bDie nächsten Tage nutzten wir für schöne Spaziergänge oder Wanderungen. Ich wurde kürzlich gefragt, wie das von statten gehen würde – ob ich mir Ausflugspläne mache. Meistens hab ich ein grobes Ziel, aber das erreiche ich nicht allzu häufig. Beim Fahren sehe ich dann plötzlich einen Waldweg oder eine Anhöhe oder eine alte Kirche und muss dort anhalten. Und wenn wir dann aussteigen und einige Meter laufen, entdecke ich schon wieder irgendetwas, was ich unbedingt sehen, anfassen oder fotografieren will. Und plötzlich sind Stunden vergangen, ich hatte ganz vergessen, wo ich eigentlich hin wollte und bin ziemlich glücklich mit mir und der Welt. Dieses zeitvergessene Erkunden der Natur mit den Hunden ist es, was mir am meisten Spaß in der Uckermark macht. Das kann ich tagelang tun und es wird nicht langweilig. Ich brauche dann auch nicht unbedingt andere Menschen – ich bin zufrieden mit mir selbst und den Hunden.
7bWenn Uli mitkommt, dann sieht das Ganze etwas anders, aber nicht weniger schön aus. Dann plane ich richtige Touren, auf denen wir uns nicht verzaubert von Kleinigkeiten aufhalten lassen, sondern es als Herausforderung ansehen dem nicht immer gut ausgeschilderten Wanderweg zu folgen. Auch das macht sehr viel Spaß.
Als diese Uckermark-Liebelei vor über zehn Jahren begann und sich mit unserem ersten Auto manifestierte, dachte ich noch an einen vorübergehenden Spleen. Mittlerweile ist daraus eine große Liebe geworden und ich würde dort am liebsten leben. Fürs Erste müssen aber gelegentliche Besuche ausreichen. Vielleicht schaffe ich es ja, meine Herzheimat einmal im Monat zu besuchen. Quasi als Vorsatz. 😉
Roan, Minah und ich waren also bis Silvester viel unterwegs, wobei die Tage ja nur sehr kurz waren und wir gegen 16 Uhr wieder in der Ferienwohnung sein mussten. Dann mummelten Roan und ich uns auf der Couch ein, Minah lag davor und ich las etwas oder guckte Fernsehen. Meist natürlich RBB. 😉
5bAm 31ten versuchte ich alle Utensilien für zwei Salate einzukaufen und fuhr dafür nach Prenzlau. Trotz mehrerer Anläufe fand ich keine eingelegten Tomaten und musste Kathrin schreiben, dass sie welche besorgen muss. 😀 Wieder in der Ferienwohnung bereitete ich dann das Essen zu, lieh mir von den Eigentümern noch eine Schüssel und packte dann alles inklusive der Hunde ins Auto um zu Kathrin zu fahren.
Wir gingen in den Flur und dort lernte Minah nach und nach alle Hunde kennen. Es war ein riesiges aufgeregtes Gewusel und Minah war sichtlich beeindruckt, aber sie blieb total brav und zickte nicht einmal rum. Roan wuselte mit den anderen mit und fand das total klasse. Leider versuchte er sich dann im Wohnzimmer zu verewigen. Peinlich… Das nächste Mal sollte die Begrüßung besser draußen stattfinden. Minah war den ganzen Abend über sehr lieb – im Garten rannte sie sogar freudig umher und im Haus, setzte oder legte sie sich immer an meine Seite. 2bKathrins Mann und einen Freund, der auch Silvester dort feierte, fand sie erwartungsgemäß doof und ging auf Abstand. Roan war typisch Roan. Er erheiterte die Gemüter, indem er fast den kompletten Abend nur darauf wartete, dass sich jemand von seinem Stuhl erhebt um sofort draufzuspringen. Ruhe fand er erst nach vielen Stunden, als eins der Kinder schlafen ging und Roan somit endlich einen Stuhl für sich hatte, auf dem er dann einschlief. Kleiner Luxushund… Zwischendurch zeigte er noch Kathrins ältestem Sohn alle seine Tricks, der dann umgehend ein Clickerbuch rausholte und plante, was er seiner eigenen Hündin beibringen wolle.
Wir verbrachten den Abend mit leckerem Essen, Hunde und Katzen knuddeln und dem Siedler-Spiel. Um Mitternacht stießen wir mit Sekt und Kinderpunsch an und ich bekam sogar meinen gewünschten Neujahrsknutscher. Und was hörte man? So gut wie nichts. Es war draußen so wunderbar ruhig, dass Minah keinerlei Angst haben musste. Einfach perfekt.
4bWir spielten dann noch eine Weile und gegen 3 Uhr machte ich mich wieder mit den Hunden auf in Richtung Ferienwohnung, wo ich dann auch sehr schnell einschlief. Das war das perfekte Silvester. Nur Uli hat gefehlt.
Die nächsten Tage kam der Kälteeinbruch über uns. Ich hatte nicht genügend Wintersachen mit und so fror ich draußen schon nach 20 Minuten. Also beschränkten wir uns auf eher kleinere Spaziergänge in und um Gollmitz. Wir schauten uns die Wassermühle an, die Minah sehr beeindruckte und gingen mehrfach in den Park, in dem wir immer für uns waren und die vielen Stockenten beobachten konnten. Oder ich guckte mir die Grundschule an, die im Vergleich zu den Berliner Grundschulen natürlich sehr süß ist. Gollmitz ist ein sehr netter Ort mit sehr netten Menschen, die mich immer fröhlich gegrüßt haben. Am Abend drehten wir noch eine kleine Pipi-Runde und ich genoss den wunderschönen Sternenhimmel der Uckermark. Die Hausbesitzer stellten uns einen sehr großen eingezäunten Garten zur Verfügung, den wir sehr gerne nutzten.
Für Minah war es die erste Reise mit uns. Am ersten Abend war sie sichtlich irritiert und wusste nicht genau wohin mit sich aber ab dem zweiten Tag fühlte sie sich auch rundum wohl. Sie war draußen sogar unheimlich albern und manchmal kaum ruhig zu bekommen, als wäre sie ein kleiner Welpe. Vielleicht hat sie ja ein Stückchen Kindheit nachgeholt. Es war jedenfalls absolut süß und sie macht es einem wirklich leicht sie lieb zu haben.

Da sie die meisten nur eher schüchtern kennen, hab ich mal eine ihrer Frech-Attacken aufgenommen.