11 Jahre ist es nun her, dass mein Beagle-Kumpel geboren wurde. Gestern hatte er seinen Geburtstag und den verbrachten wir zur Hälfte auf unserem letzten RO-Turnier für dieses Jahr. Ich kann mich so glücklich schätzen, diesen wunderbaren Hund an meiner Seite zu haben. Ja, es ist manchmal unheimlich anstrengend mit einem Beagle zusammen zu leben, ständig die selben Situationen „auszudiskutieren“ und immer mit einem gewissen Weitblick unterwegs zu sein. 11013580_929607063781355_5920016456441032484_oAber was für ein erhebendes Gefühl ist es, wenn so ein Sturkopf einem sein Herz schenkt und ohne irgendeine negative Einwirkung sich für seinen Menschen entscheidet, statt für etwas anderes Spannendes in seiner Umgebung. Wir haben uns gegenseitig so viel beigebracht und oft hatte ich das Gefühl, dass wir zwei uns komplett genügen auf dieser Welt. Nicht umsonst fahre ich mit ihm alleine in ein abgeschiedenes Ferienhaus. 🙂 Ich freue mich, dass man ihm abgesehen von ergrautem Fell und einigen Lipomen und Alterswarzen nichts von seinen 11 Jahren anmerkt und ich wünsche mir für ihn, dass das noch lange so bleibt.

Gestern waren wir also bei unserem Abschlussturnier in Schulzendorf, welches unter dem Motto „Schulzendorfer Hexentanz“ stand. Einige Teilnehmerinnen verkleideten sich auch dementsprechend. Da ich aber weder Minah, noch den Hunden im Parcours (Ich war teilweise Schreiberin) Angst machen wollte, verzichtete ich auf eine Verkleidung. Für Minah war es das erste Turnier, welches sie größtenteils bei Herrchen im Auto verschlief.

12191708_929881733753888_8993284105320536677_nDa der Tag sehr enttäuschend anfing – wir vergaßen den Leckerli-Geschenke-Korb zu Hause – war ich ganz schön bedröppelt. Das Schreiben neben der Richterin Carola Böldt fand ich interessant. Es ist spannend zu sehen, was Richterinnen gleich bewerten und wo sie Unterschiede machen und eventuell auch in welchen Klassen sie was wie bewerten. Das macht Spaß und der Austausch mit Carola tat mir sehr gut. Als wir dann starteten war ich immernoch ein bisschen traurig – es war irgendwie nicht mein Tag. Als ich Roan aus dem Auto holte, gingen wir an einer Hündin vorbei, die ihm total den Kopf verdrehte. Er bekam sich kaum noch ein und bekam diesen Rüden-Doof-Blick. 😀 Leider schlug sich meine Stimmung und seine ähm… „Verliebtheit“ dann auch auf unseren Lauf nieder. Erstmalig las ich schon bei der Parcours-Begehung ein Schild falsch (peinlich!!). Roan erkannte die Hürde erst einmal nicht als Hürde an (Wir müssen unbedingt auch diese schmächtigen Obedience-Hürden ins Training integrieren) und zweimal war er durch irgendeinen Geruch abgelenkt (definitiv kein Futter – das sieht anders aus). Der Lauf war jetzt nicht grottig, aber auch nicht so gut, wie er bei dem Parcours hätte sein können. Wir bekamen 84 Punkte und landeten auf Platz 3 von 4. Neben einer süßen Halloween-Schleife gab es noch ein Halloween-Schlüsselband und eine Hexenfigur. Da haben sich die Schulzendorfer echt was einfallen lassen!

12195974_929881837087211_2281903132293478912_nNach meinem Lauf konnte ich in der Senioren-Klasse wieder schreiben. Ich liebe diese Klasse! Es gibt dort keinen Grund für zu viel Ehrgeiz und dennoch geben die Teams ihr Bestes. Die Siegerehrung fand sehr bald statt (Riesenlob an die Organisatoren!) und Uli, Roan, Minah und ich gingen noch kurz über die Schulzendorfer Felder spazieren. Minah muss ja eh noch an der langen Leine bleiben und Roan blieb vorsichtshalber auch dran, weil er sich die ganze Zeit nur nach dieser Hündin umsah. 😀 Die zwei waren sehr süß und forderten sich mehrmals zum Spielen auf, was zu diversen Leinen-Verknotungen führte. Minah agierte total frei und gelöst. Herrchen erzählte, dass sie auch im Auto sehr entspannt war – ob mit oder ohne Roan. Nach dem Spaziergang betrat ich noch kurz mit ihr den Hundeplatz. Da zeigte sie sich beeindruckt, aber nicht panisch. In der nächsten Saison nehmen wir sie dann auch jedesmal mit und stellen als Rückzugsort unser Zelt auf, wenn das möglich ist. Ganz doll gefreut hab ich mich dann noch, als Carola Schonert Roan einen leckeren selbstgemachten Geburtstagkeks schenkte. Minah durfte auch einen haben und beide genossen ihn sichtlich. Das war total lieb!

11753649_929881823753879_3496246410286262082_nZu Hause hatte Minah sich vorgestern ganz vorsichtig an Roan gekuschelt und dann lagen sie eine ganze Weile so. Ich hatte ein wenig Pipi in den Augen. 😀 Mir ist klar, dass ich dieses Bild nicht allzu oft sehen werde, weil Roan nicht der Typ von Hund ist, der von sich aus mit anderen Tieren kuschelt. Aber er legt sich häufig in ihre Nähe. Gestern Abend guckte ich noch Fernsehen und statt dass er mit mir auf der Couch kuschelte, legte er sich auf den Boden neben Minah. Paaaaah! 😉 Ansonsten ist es weiterhin sehr schön, wie sie sich in für sie merkwürdigen Situationen an ihn oder mir orientiert. Das Betreten und Verlassen unserer Wohnung bzw. des Hauses ist nun vollkommen normal für sie geworden. Wenn Uli sich auf den Boden legt und Roan und ich legen uns dazu, ist sie einmal auch schon von sich aus zu uns gekommen. Sie schielt dann zwar die ganze Zeit auf Uli – aber immerhin kommt sie. Die Spaziergänge hier bei uns im Viertel sind absolut entspannt, insofern wir nicht der Hauptstraße zu nahe kommen. Fahrradfahrer, Jogger usw. werden angeschaut, aber die Körperhaltung bleibt entspannt. Keifende Hunde findet sie unangenehm und möchte ihnen aus den Weg gehen – was wir natürlich auch tun. Halten fremde Frauen ihr die Hand hin, schnuppert sie fast immer kurz dran. Das Fahren im Auto klappt super. Sie kann jetzt auf die Rückbank zu Roan und sprang schonzweimal alleine hinein. Alles ist auf dem Weg der Besserung. Aber ich muss mir unbedingt etwas für Silvester einfallen lassen. Ich kann unmöglich hier in Berlin bleiben. Roan ist das stundenlange Geknalle der Wahnsinnigen relativ egal, aber ich habe Angst, dass Minah Rückschritte macht und dann nicht mehr raus gehen möchte.

12193440_928869777188417_7654703357067728777_nIm Training hatten wir ja nun das „Sitz“ manifestiert. Vorgestern präsentierte ich ihr erstmalig einen Target-Stick. Wie gruselig! Ein langer Gegenstand, den ein Mensch in der Hand hält – das geht ja gar nicht. Also musste der Stick erstmal nur auf dem Boden liegen. Innerhalb sehr kurzer Zeit begriff sie, dass sie für ein Click + Leckerli das Kugel-Ende anstupsen muss. Ich kam mit dem Füttern kaum noch hinterher. Heute Morgen konnte ich den Stick dann zumindest schonmal in die Hand nehmen, während das „Anstups-Ende“ noch auf dem Boden lag. Das wird.

Diese Woche lernte sie dann auch noch auf dem Hundeplatz weitere nette Hunde kennen. Einmal fühlte sie sich bedrängt und suchte Schutz bei mir. Ein gutes Zeichen, denke ich. Außerdem lernte sie unsere Agi-Truppe kennen – lauter Frauen, die hektisch über den Platz laufen, tirilierend ihre Hunde rufen und eine Wippe knallen lassen. Alle haben sich ganz toll verhalten und Minah ignoriert und auch ihre Hunde nicht an sie rangelassen. Nach einer Weile entspannte sie sich, so dass ich nächste Woche gerne versuchen würde mitzutrainieren, während sie angebunden daneben wartet.

Morgen fängt dann auch wieder die Arbeit an und Uli wird mehrere Stunden mit den Hunden allein sein. Ich denke, dass das sehr gut ist für die Beziehung zwischen Minah und ihm – ich bin trotzdem neidisch. 😉