Das Boller-Team war am vergangenen Wochenende in Sachen Rally Obedience unterwegs. Am Samstag ging es zum PSK Berlin-Birkenwerder e.V., der erstmalig ein RO-Turnier organisierte. Die Stimmung war prima, unser Zelt hielt dem Sturm stand, es wurde viel gelacht und tolle Teams bestaunt. Ganz schön kalt war es – vor allem in Anbetracht der fast 30 Grad, vier Tage zuvor. 11781652_900645090010886_3016635293746650650_nRoan war sehr gelassen drauf. Da er bei unseren letzten beiden RO-Turnieren vor einigen Monaten sehr viel bellte, begrüßte ich bewusst keine Leute besonders aufgeregt, damit er ja nicht in seinen Bellmodus verfällt. Aber ich muss ehrlich sagen – eigentlich rechnete ich damit, dass er irgendwann im Parcours bellen würde. Abtrainieren kann man ihm das ja recht schlecht, da er im normalen RO-Training so gut wie gar nicht bellt. Versucht hatten wir es trotzdem.

Ich startete in unserer Klasse als fünfte und war viel nervöser als üblich, da mir bewusst war, dass mir noch eine Quali fehlte, um aufzusteigen. 11998982_900680010007394_2614916063461035746_nIch hatte die MSÜs auswendig gelernt, damit ich mich mehr auf Roan konzentrieren kann und erkennen kann, wenn er kurz vorm Bellen ist, damit ich ein „Leise“ vorausschicke. Zweimal war er kurz vorm Bellen, hat es aber nicht getan und nur leise gefiept. Soooo brav! Eigentlich hab ich mich darüber am meisten gefreut. Und natürlich darüber, dass er die Futterverleitung mit Leberwurst ignoriert hat. Allerdings stand die auch sehr praktisch gleich am Anfang, so dass ich ihn übermotiviert an mich binden konnte. Schnellen Schrittes absolvierte ich den Parcours – bloß keine Zeit zum Bellen geben. Dann waren wir durch und ich super froh, dass Roan so toll mitgearbeitet hat. Nach wenigen Sekunden kamen auch schon die Richteranwärterin Carola Böldt und die Richterin Angelika Just und verkündeten unser Ergebnis: 100 Punkte in 1:45min! Wooohoooooooooo! 11953188_900853163323412_3370892936375300045_nIch war geflasht – wusste gar nicht, was ich sagen soll. 😀 Das war richtig obermegageil! Ich kam aus dem Grinsen nicht mehr raus. Am Futterstand kaufte ich Roan leckere Sachen und Herrchen knuddelte ihn unentwegt. Man, war das toll!

Nach der Klasse zwei, wurde ich noch als Schreiber bei den Beginnern eingesetzt, was wieder sehr interessant war. Man hat einfach nochmal einen anderen Blickwinkel auf die Läufe, wenn sogar gleich zwei Richter(anwärterin) beurteilen. Wegen des sehr starken Regens mussten wir kurz unterbrechen, aber dann konnten wir den Tag noch zu Ende bringen. Auf die Siegerehrung mussten wir ein bisschen lange warten, dafür gab es auffallend hübsche Schleifen. Roan und ich landeten auf dem ersten Platz, was den Tag noch perfekter machte. Glücklich aber müde fuhren wir recht spät nach Hause und ich schlief wie ein Baby.

Um 05:30 Uhr klingelte allerdings schon wieder der Wecker, denn das zweite Turnier stand an. (Warum genau tun wir uns das eigentlich an?!) Es ging zum HSV Rüdersdorf. Diesmal richteten Astrid Heilig als Anwärterin und Angelika Just als Richterin. Der Himmel ergoss sich den ganzen Tag über uns, aber zum Glück war es wieder ein geteiltes Turnier und wir mussten nicht bis zum Abend bleiben. Nach meinem Lauf war ich auch ziemlich nass und durchgefroren. Die Rüdersdorfer waren super gastfreundlich, unter anderem ausgestattet mit leckerem veganem Essen und stets bemüht uns trotz des Wetters die gute Laune zu erhalten. Roan war, genau wie Uli und ich, sehr müde und fand neben uns auf seinem Kissen auf einer Bank zumindest einige Minuten Schlaf. Wegen einiger doofer Sachen, die passierten und deretwegen mir zwei meiner Vereinskolleginnen sehr leid taten, war ich ein bisschen geknickt. Roan hätte wohl fast alles an dem Tag machen können – ich vergötterte ihn eh noch wegen dem Ergebnis am Vortag. 😀 Der Parcours war schön – die Futterverleitung ganz am Ende, die auch gleich zweimal von Roan ignoriert werden musste, war höchst gefährlich. Die MSÜ lernte ich wieder auswendig und dann gings los. Ich startete gleich als erstes, was nicht so schlimm war, da ich nicht die ganze Zeit für die Parcours-Begehung brauchte und schonmal mit Roan hinter dem Haus Platz im Matsch übte. 😀 Dann gings los. Ich war gespannt, ob Roan sich irgendwie vom doch recht starken Regen beeindrucken lassen würde. Aber nö… er ist halt ein echter Kerl. 11215141_901180423290686_8795158569337340959_nWieder waren wir recht schnell unterwegs. Einmal mit zu großen Schritten, so dass ich plötzlich neben einem Schild stand. Ich hätte noch einen Schritt vorher machen sollen, aber nun war kein Platz mehr. Also hieß es Schild überlaufen und 10 Punkte kassieren oder die Übung an Ort und Stelle machen und auch maximal 10 Punkte kassieren. Ich wusste nicht, was man dafür abgezogen bekommt, aber mehr kanns ja eh nicht sein. Auf dem Video erkennt man überhaupt nicht, dass ich bei dem Schild grüble, weil mein Gehirn dank Adrenalin in Lichtgeschwindigkeit gearbeitet hat. 😀 Letztlich kostete es mich 5 Punkte. Bei der doppelten Kehre ging Roan etwas zu weit weg von mir, was auch nochmal ein Pünktchen einbrachte. Am Ende zog es das Beagle-Näschen dann doch nochmal zur Leberwurst, aber er wagte es zum Glück nicht, die Verleitung zu berühren und so kostete das zum Glück auch nichts. Wir landeten bei tollen 94  Punkten, einem zweiten Platz, der Erkenntnis, dass ich auch manchmal kleinere Schritte machen sollte und einem sehr stolzen Frauchen mit einem Beagle, der trotz Müdigkeit und Regenwetter punktgenau Leistung erbringen kann. Einfach nur wunderbar!

Nach der Siegerehrung fuhren wir schnurstracks nach Hause und ich legte mich in die heiße Badewanne. Uli kochte noch eine leckere Kartoffelsuppe, von der Roan etwas abbekam – wie Herrchen ihm vorher versprach – weil er nicht im Parcours bellte. Ich hoffe nur, dass Roan jetzt nicht immer solche Versprechen vor Turnieren erwartet. 😉

Heute ist Montag und während Uli und ich uns zur Arbeit quälten, gönnte ich Roan einen Rumlümmel-Tag. Ab morgen wird dann also für die Klasse 3 geübt, denn in drei Wochen starten wir dort. Dann fühl ich mich bestimmt wieder wie ein Anfänger – so war es zumindest das erste mal in Klasse 2. 🙂